Was wurde aus?

Was wurde aus Gerhard Pircher?

„Irgendwann hatte ich die Schnauze vom Rodeln voll“

Er war ein Athlet, der sich nie ein Blatt vor den Mund genommen hat. Da gehörte es auch dazu, dass er da und dort aneckte. Doch der Reihe nach!

Gerhard Pircher kam 1974 als er die vierte Klasse Hauptschule besuchte, erstmals mit dem Rodelsport in Kontakt. Hans Kogler war es, der ihn sozusagen zum Rodeln verführte. „Das waren damals noch andere Zeiten. Du konntest praktisch überall Rodeln, da wir noch Schnee hatten und die Straßen weder gesplittet noch gesalzen waren“, erinnert sich Pircher zurück.

Gegangen ist bei ihm dann alle sehr schnell. Mit geliehener Rodel und geliehenem Helm bestritt er noch 1974 sein erstes Rennen in Finkenberg, gewann es und hatte damit Lunte gerochen. Der Ehrgeiz war geweckt. Schon im Jahr darauf startete er bei den Junioren, war als Mitglied des WSV Vomp dann auch Teil der Nationalmannschaft.

Weltmeister 1982 im Rennrodeln auf Naturbahn

Seinen größten Erfolg feierte Pircher 1982 als er in Feld am See vor dem Südtiroler Otto Bachmann und Landsmann Werner Prantl Weltmeister wurde.

Gerhard Pircher aus Vomp_Weltmeister 1983 im Naturbahnrodeln_Rodel Austria Naturbahn

 

Das Ende der sportlichen Laufbahn folgte nur ein Jahr später. „Ich hatte von einigen so genannten Spitzenfunktionären schlichtweg die Schnauze voll“, macht er aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Bei nationalen Titelkämpfen in Spital bremste Pircher knapp vor dem Ziel ab, marschierte mit der Rodel unterm Arm an der Zeitnehmung vorbei und versicherte eben diesen Funktionären: „Ihr werdet mich nie mehr wieder sehen.“

Gerhard Pircher_Alfred Kogler_Weltmeister im Rennrodeln auf Naturbahn aus Vomp
Gerhard Pircher (2. von rechts) mit seinen Vomper-Rodelkollegen. Auch im Bild: Alfred Kogler (1. von rechts)

 

Und er hielt, was seine aktive Karriere angeht, Wort. Freilich war Pircher dann noch jahrelang Chef der Rodelsektion in Vomp – und auch drei Jahre lang Sportchef der Nationalmannschaft. Und er war auch intensiv am Aufbau der Leistungszentren wie etwa in Umhausen beteiligt.

Inzwischen hat Pircher keinen Kontakt mehr zur Rodelszene. Beruflich ist er seit 1986 Beamter an der Bezirkshauptmannschaft in Schwaz und arbeitet dort derzeit in der Abteilung Wohnbauförderung.

 

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