Was wurde aus Gerald Kammerlander?

Vom Ministrant zum Weltmeister

Der heutige ÖRV-Sportdirektor Gerald Kammerlander war selbst ein erfolgreicher Naturbahnrodler.

Die erste Erfahrung mit dem Rodeln, an die er sich erinnern kann, ist ein Ministranten-Rennen in seiner Heimatgemeinde Umhausen. Da auch Onkel von ihm rodelten, entwickelte Gerald Kammerlander dann recht schnell eine Affinität zu dieser Sportart.

„Wir waren so fünf bis sechs Kinder, die mit Erich Schöpf tirolweit zu Rennen gefahren sind. Wobei ich im Kinder- und Jugendbereich eigentlich nie im Spitzenfeld vertreten war. Erst bei den Junioren ist mir dann gewissermaßen der Knopf aufgegangen“, erinnert sich der Ötztaler zurück.

Erfolgreicher Junior im Doppel

Die ersten Erfolge stellten sich im Doppelbewerb ein. Gemeinsam mit Joachim Schöpf wurde er im Winter 1997/98 Gesamtsieger im Interkontinentalcup und holte die Silbermedaille bei der Junioren-EM in Feld am See (AUT). Schon im darauffolgenden Jahr sicherte sich das Ötztaler Doppel dann Gold bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Hüttau (AUT). Eine weitere Medaille in der Juniorenklasse gewann er mit Bronze im Einsitzer bei der Junioren-Europameisterschaft in Tiers (ITA). In der Saison 2002/2003 wurde er Gesamtsieger im Interkontinentalcup.

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Gerald Kammerlander_Saison 2007/2008 / Foto: Sobe

Wechsel in den Einsitzerbewerb

Danach konzentrierte sich Kammerlander auf den Einsitzerbewerb, wobei es zur damaligen Zeit sehr schwer war, den Sprung ins Nationalteam zu schaffen. Immerhin gingen damals auch so Kapazunder wie beispielsweise Gerhard Pilz, Gerald Kallan, Gernot Schwab oder Robert Batkowski an den Start.

Doch Kammerlander kämpfte. Im Winter 2005/2006 holte er mit Rang zwei zum Saisonauftakt in St. Martin in Thurn (Ita) den ersten Podestplatz. Hervorragend lief es in der Saison 2007/2008 als Kammerlander Dritter in Umhausen und zwei Mal Zweiter in Zelezniki (Slowenien) wurde und in der Gesamt-Weltcupwertung hinter Patrick Pigneter (Ita) den zweiten Rang belegte. Im darauffolgenden Jahr feierte der damals 27-Jährige in St. Sebastian und Umhausen seine beiden ersten Weltcupsiege.

Bei Großereignissen blieb der Ötztaler vorerst weiter ohne Spitzenplatz. Und auch in der Saison 2010/2011 deutete zunächst nichts darauf hin, dass sich daran etwas ändern sollte. „Im Weltcup ist rein gar nichts zusammengelaufen. Schließlich haben wir uns dann entschlossen, die Rodel komplett neu aufzubauen. Dieses Risiko hat sich letztlich bezahlt gemacht“, erinnert sich „Kammi“.

„Weltmeister dahoam“ als Höhepunkt

Und wie, denn  auf der heimischen Grantaubahn in Umhausen holte er sich mit vier Hundertstel Vorsprung auf seinen Teamkollegen Robert Batkowski die Goldmedaille und damit den Weltmeistertitel. Gemeinsam mit Melanie Batkowski, Christian Schatz und Gerhard Mühlbacher gab`s zudem noch Silber im Teambewerb.

2013 ging Kammerlander noch bei der WM in Deutschnofen als Titelverteidiger an den Start, beendete danach wie schon vorher geplant seine Karriere. Wie fällt rückblickend seine persönliche Bilanz aus?

Viele schwere Verletzungen

„Alles in allem kann ich zufrieden sein. Es wär vielleicht mehr drinnen gewesen, wenn ich nicht sieben schwere Knieverletzungen gehabt hätte. Allein die vorderen Kreuzbänder riss ich mir in beiden Kniegelenken insgesamt 5 Mal. Zwei Mal wurde ich auch mit dem Hubschrauber von der Strecke abtransportiert.“

Seit der Saison 2013-2014 ist Kammerlander inzwischen als Sportdirektor und Nationaltrainer verantwortlich für das Nationalteam der Naturbahnrodler im Österreichischen Rodelverband. „Im Gegensatz zu meiner Zeit als Aktiver bin ich da immer brutal nervös.“

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im Bild mit Tina Unterberger
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Gerald Kammerlander_Sportdirektor_Naturbahn_Österreichischer Rodelverband
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Gerald Kammerlander Tina Unterberger Rupert Brüggler Gerhard Kleinhofer_Rodel Austria Naturbahnrodeln
Im Bild mit Tina Unterberger, Rupert Brüggler und Gerhard Kleinhofer

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Was wurde aus Gerhard Pircher?

„Irgendwann hatte ich die Schnauze vom Rodeln voll“

Er war ein Athlet, der sich nie ein Blatt vor den Mund genommen hat. Da gehörte es auch dazu, dass er da und dort aneckte. Doch der Reihe nach!

Gerhard Pircher kam 1974 als er die vierte Klasse Hauptschule besuchte, erstmals mit dem Rodelsport in Kontakt. Hans Kogler war es, der ihn sozusagen zum Rodeln verführte. „Das waren damals noch andere Zeiten. Du konntest praktisch überall Rodeln, da wir noch Schnee hatten und die Straßen weder gesplittet noch gesalzen waren“, erinnert sich Pircher zurück.

Gegangen ist bei ihm dann alle sehr schnell. Mit geliehener Rodel und geliehenem Helm bestritt er noch 1974 sein erstes Rennen in Finkenberg, gewann es und hatte damit Lunte gerochen. Der Ehrgeiz war geweckt. Schon im Jahr darauf startete er bei den Junioren, war als Mitglied des WSV Vomp dann auch Teil der Nationalmannschaft.

Weltmeister 1982 im Rennrodeln auf Naturbahn

Seinen größten Erfolg feierte Pircher 1982 als er in Feld am See vor dem Südtiroler Otto Bachmann und Landsmann Werner Prantl Weltmeister wurde.

Gerhard Pircher aus Vomp_Weltmeister 1983 im Naturbahnrodeln_Rodel Austria Naturbahn

 

Das Ende der sportlichen Laufbahn folgte nur ein Jahr später. „Ich hatte von einigen so genannten Spitzenfunktionären schlichtweg die Schnauze voll“, macht er aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Bei nationalen Titelkämpfen in Spital bremste Pircher knapp vor dem Ziel ab, marschierte mit der Rodel unterm Arm an der Zeitnehmung vorbei und versicherte eben diesen Funktionären: „Ihr werdet mich nie mehr wieder sehen.“

Gerhard Pircher_Alfred Kogler_Weltmeister im Rennrodeln auf Naturbahn aus Vomp
Gerhard Pircher (2. von rechts) mit seinen Vomper-Rodelkollegen. Auch im Bild: Alfred Kogler (1. von rechts)

 

Und er hielt, was seine aktive Karriere angeht, Wort. Freilich war Pircher dann noch jahrelang Chef der Rodelsektion in Vomp – und auch drei Jahre lang Sportchef der Nationalmannschaft. Und er war auch intensiv am Aufbau der Leistungszentren wie etwa in Umhausen beteiligt.

Inzwischen hat Pircher keinen Kontakt mehr zur Rodelszene. Beruflich ist er seit 1986 Beamter an der Bezirkshauptmannschaft in Schwaz und arbeitet dort derzeit in der Abteilung Wohnbauförderung.

 

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Was den Naturbahn-Rodelsport angeht, war er erblich vorbelastet. Sowohl Vater als auch Mutter waren schon begeisterte Rodler. Und so war es nur folgerichtig, dass auch Robert Batkowski aus Schönberg in Tirol irgendwann am Schlitten landen würde. Und das noch dazu höchst erfolgreich!

Weltmeister, Gesamtweltcupsieger und Europameister. Alles erreicht!

Bis zum diesjährigen Gewinn des Einzeltweltcups durch den Ötztaler Thomas Kammerlander war Batkowski der letzte Österreicher, dem dies gelungen war. In der Saison 2002/2003 war er der weltweit stärkste Rodler. Und eben diesen Erfolg ordnet er auch als den größten in seiner Karriere ein. Noch höher als den Weltmeister-Titel, den er ebenfalls 2003 in Zelezniki feierte. Oder auch den Europameistertitel 2008 in Olang.

Das sind freilich nur einige seiner zahlreichen Spitzenplatzierungen, die er während seiner aktiven Laufbahn einfuhr. 2005 in Latsch war Batkowski Weltmeister mit der Mannschaft. 2011 in Umhausen nochmals Vize-Weltmeister im Einzelbewerb. Bei den Europameisterschaften 1999 in Szczyrk und 2002 in Frantschach holte er jeweils Silber. Und in der Saison 2010/2011 wurde er nochmals Zweiter in der Weltcup-Gesamtwertung.

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Foto: W+K Photo

Nach Karriereende erstmal die Skipisten unsicher gemacht

Im Jahr 2012 beendete der Erfolgsgarant seine aktive Karriere. Machte dann nach eigenem Bekunden erstmal die Skipisten unsicher. Nach einer Umstrukturierung im Verband und der Übernahme des Sportdirektor-Postens durch seinen langjährigen Teamkollegen Gerald Kammerlander landete er dann aber schnell im Trainerteam der ÖRV-Nationalmannschaft.

Dort ist er inzwischen für die Riege der Damen verantwortlich. Wird vom vermeintlich schwachen Geschlecht vor allem für sein technisches Wissen geschätzt. So schwört etwa die Oberösterreicherin Tina Unterberger auf die Rodeleinstellungen Batkowskis, mit denen sie zuletzt die erfolgreichste Saison ihrer Karriere mit zwei WM-Medaillen und den dritten Platz im Gesamtweltcup feiern konnte.

Robert Batkowski als Aktiver in der Saison 2003/2004

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In der nunmehr beinahe 40-jährigen Geschichte bei Weltmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn konnten bisher erst zwei Österreicherinnen den heiß ersehnten Titel erringen. Eine der beiden ist Irene Röhrich (damals noch Irene Zechner).

Es ist schon lange her, fast aus einer anderen Welt

(verfasst von Irene Röhrich)

Ich wurde 1969 in Fohnsdorf, Steiermark geboren und wohnte gleich neben der Rodelbahn. Dort wurden 1978 die Staatsmeisterschaften durchgeführt und ich war Fackelträgerin. Fasziniert von dem Sport und vor allem von der Geschwindigkeit, wollten ich und auch meine Schwester Renate Rodlerinnen des TVN Fohnsdorf werden. Vorbild war damals die für Liezen fahrende Elfriede Pirkmann.

Mit Rohr Werner (Fohnsdorf) und vor allem mit Flacher Karl (Aflenz) hatte ich tolle Trainer an meiner Seite. Nicht zu unterschätzen war die positive Tatsache mit meiner Schwester zu trainieren, wo Höhen und auch Tiefen geteilt wurden.

Team Steiermark on Tour

Mit dem Steiermark Team (Hofer Hias, Danklmaier Willi und Manfred, Hirzegger Gerhard) ging es von Rennen zu Rennen.

Mein damaliger Partner Peter holte sich überall Tipps, auch von Pilz Gerhard um meinen Schlitten sowie mich auf Vordermann zu bringen. Ohne Ihn wären die ganzen Erfolge sicher nicht möglich gewesen.

Erste große Erfolge

1985 Junioren Europameisterin in Oberperfuß

1986 WM Aosta 4.Platz / Junioren EM 3. Platz — Seit Aosta war mein Ziel, so stark zu werden wie die Italienerin Delia Vaudan

1987 EM Jesenice Bronze und einzige Medaille der Österr. Nationalmannschaft /Junioren Europameisterin in Kreuth

Ich konnte von 1985 bis 1996 bei jeder Welt und Europameisterschaft eine Medaille gewinnen!

7 fache Staatsmeisterin

EM Bronze 1987 Jesenice + 1989 Garmisch

EM Silber 1991 Völs

Europameisterin 1993 Stein/Enns + 1995 Kandalakscha

WM Bronze 1992 Bad Goisern

WM Silber 1990 Gsies + 1994 Gsies

Weltcup Gesamtsiegerin 1993/94 + 1995/96

Weltcup 2ter 1994/95

Alle Weltcuprennen: 17 Podestplätze davon 9 Siege

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Letzter großer Erfolg

Weltmeisterin 1996 in Oberperfuß

Dieses Rennen werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen. Mit dem Wissen, dass es mit Sicherheit die allerletzte Saison ist und in meiner Kariere wirklich nur der Weltmeistertitel fehlte, trainierte ich wie besessen. Die ganze Fangemeinde und Sponsoren waren anwesend und drückten mir die Daumen. Nach 3 Läufen und riesiger Anspannung hatte der Rodelgott ein einsehen.

Ich gewann den heiß ersehnten Weltmeistertitel !!!

Genau in Oberperfuß, wo 1985 mit dem Sieg der Junioreneuropameisterschaft meine Traumkarriere begann. So hat sich der Kreis geschlossen.

Privat

Im Herbst 1996 wurde mein Sohn Luca geboren und 1998 meine Tochter Carina. Wir wohnten damals in Baierdorf, Nähe Weißkirchen.

Im Jahr 2000 ging die Beziehung mit Peter auseinander und ich zog nach Fohnsdorf zurück, wo wir jetzt mit meinen Mann Arnold Röhrich und dessen Kinder Susi und Eva als Patchworkfamilie wohnen.lucaevasusicarina

Die Firma Metallbau Röhrich war auch in meiner aktiven Zeit immer ein großzügiger Sponsor und seit 2008 ist Arnold mein Mann und das Beste was mir je passieren konnte.

Sportlich haben wir unsere 4 Kids alles beigebracht, beim Rodeln ist es aber beim Schlittenfahren geblieben.

Ich habe den staatlich geprüften FIT Trainer gemacht und in diversen Institutionen gearbeitet. Jetzt bin ich in der Stadtapotheke in Judenburg im Büro und helfe so gut es geht meinen Mann bei seiner Firma.

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Am höchsten Punkt von Österreich, Großglockner

Gemeinsam spielen wir Tennis (Arnold ist Obmann bei den Naturfreunden in Fohnsdorf), biken und wandern leidenschaftlich. An manchen Wochenenden sind wir auch Hüttenwirte auf der Gaaler Höh.

Manches Mal, vor allem im Dezember muss ich auf die Schmelz Winterleiten fahren um etwas Rodelluft zu schnuppern, wenn die Obdacher Rodler dort trainieren. Ist ein Rennen in unserer Nähe, dann kommen wir gerne als Zuseher.

Es war eine tolle Zeit mit euch, wenn mich auch mein Ehrgeiz vielleicht zu sehr getrieben hat.

Und DANKE dem Herrgott, der immer auf mich auf passt und mich vor großen Verletzungen bewahrt hat.

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Was wurde aus Gerhard Pilz?

Vom Schulweg in den Rodelolymp

Mit fünf Weltmeistertiteln, zwei Europameistertiteln, zwei Gesamtweltcupsiegen und 19 Siegen in Weltcuprennen zählt der am 17. Juli 1965 in Bad Ischl geborene Gerhard Pilz zu den erfolgreichsten Naturbahnrodlern der Geschichte. Dabei hat seine Rodelkarriere wahrlich ganz klein angefangen – der junge Gerhard, der am Berg aufgewachsen war, fuhr nämlich als Kind mit dem Schlitten in die Schule!

Mit dem Schlitten in die Schule

Gerhard erinnert sich zurück: „Dadurch, dass ich zum Unterricht gerodelt bin, wurde der Schlitten für mich zu einem ganz natürlichen Begleiter. Erste sportliche Gehversuche gab`s dann auf der alten Pötschenpassstraße, die damals eine gefürchtete Rodelbahn war. Anfangs noch als Beifahrer dabei, versuchte ich mich bald selbst am Steuern des Schlittens. Und war dann ziemlich bald schneller als deutliche ältere Rodler.“

So fiel es ihm, der sich auch im Skifahren und Skispringen versuchte, dann letztlich auch nicht schwer, sich fürs Rodeln zu entscheiden. „Die ersten Pokale, die ich gewonnen hatte, waren da natürlich eine zusätzliche Motivation“, erinnert sich Gerhard zurück.

Als 5-facher Weltmeister in die Hall of Fame des Internationalen Rodelverbandes

Die Bilanz, die der Oberösterreicher dann während seiner Karriere herausfuhr, sucht wohl seinesgleichen. Hier eine Auflistung:

Weltmeisterschaften:

Gold Fénis-Aosta 1986 (Einsitzer)

Gold Gsies 1990 (Einsitzer)

Gold Bad Goisern 1992 (Einsitzer)

Gold Gsies 1994 (Einsitzer)

Gold Oberperfuss 1996 (Einsitzer)

Silber Olang 2000 (Einsitzer)

Silber Stein an der Enns 2001 (Mannschaft)

Bronze Stein an der Enns 2001 (Einsitzer)

Silber Zelezniki 2003 (Einsitzer)

Silber Grande Prairie 2007 (Einsitzer)

Europameisterschaften:

Silber Garmisch-Partenkirchen 1989 (Einsitzer)

Bronze Moos im Passeier 1997 (Einsitzer)

Gold Frantschach 2002 (Einsitzer)

Gold Hüttau 2004 (Einsitzer)

Darüber hinaus gewann Gerhard die Gesamtweltcupwertung 2000/2001 und 2001/2002.

Mittlerweile als Bundestrainer in Deutschland aktiv

Dem Naturbahnrodelsport ist der Top-Athlet auch nach seiner aktiven Karriere erhalten geblieben. Nachdem er sich zunächst dazu entschieden hatte, etwas Abstand zu gewinnen, ist er inzwischen seit 2008 Bundestrainer der deutschen Naturbahnrodler. „Der deutsche Stützpunkt für diesen Sport liegt in Berchtesgaden. Das ist gerade einmal eine Stunde Fahrtzeit von meiner Heimat entfernt und für mich somit ideal“, sagt der Coach.

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Gerhard Pilz ist mittlerweile Bundestrainer der Naturbahnrodler in Deutschland

In Deutschland ist er bestrebt, eine junge, schlagkräftige Mannschaft aufzubauen. „Talente sind genügend vorhanden. Und für den Sport insgesamt wäre es sehr wichtig, dass eine Nation wie Deutschland im Spitzenfeld mitmischt.“

Abseits seiner Rodelaktivitäten ist Gerhard ein begeisterter Bergsteiger, der weltweit unterwegs ist. Unter anderem betreibt er auch zwei Schulprojekte in Nepal.

Zusätzliche Informationen zu Gerhard Pilz gibt es auf seiner Homepage www.gerhardpilz.at auch im Internet.

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Was wurde aus Elvira Strigl (geb. Holzknecht)?

Was wurde aus Sandra Mariner?

Die gute Seele des Rodelsports

Hannelore Mariner 1970
Sandras Mutter Hannelore Mariner

Wenn jemand von sich behaupten kann, dass sie in Sachen Rodelsport erblich vorbelastet ist, dann ist das zweifelsohne die Inzingerin Sandra Mariner. Denn schon ihre Mutter Hannelore war erfolgreiche Rodlerin. Sie wurde unter anderem 1970 erste Europameisterin im Naturbahnrodeln.

 

Sandra selbst saß dementsprechend schon als kleines Kind auf der Rodel, fing 1984 im Alter von elf Jahren damit an, ihre ersten Rennen zu fahren. Nach schönen Erfolgen in der Jugendklasse qualifizierte sie sich im Jänner 1993 erstmals für ein Rennen im neu eingeführten Weltcup und wurde in Oberperfuss auf Anhieb Fünfte. Sie fuhr auch weiterhin bei den Junioren mit und holte bei der EM in Rautavaara 1993 die Bronzemedaille und ein Jahr später in Längenfeld Silber.

Zwei Medaillen bei Weltmeisterschaften, vier Siege im Weltcup

Medaillen sollte sie später auch noch in der Allgemeinen Klasse holen. Bei den Weltmeisterschaften in Oberperfuss 1996 und Stein an der Enns 2001 sicherte sie sich jeweils Bronze.

Als Höhepunkte ihrer Karriere bezeichnet Mariner aber ihre insgesamt vier Siege im Weltcup – nämlich in Aosta (1999/2000), Umhausen (2000/2001), Zelezniki (2001/2002) und Triesenberg (2003/2004). „Vor allem der letzte Sieg war für mich mit der schönste, da wir in Liechtenstein einen Parallelbewerb gefahren sind, was mir sehr zugesagt hat“, erinnert sich die Oberländerin zurück.

Nachdem sie ihre Karriere eigentlich schon 2000 beenden wollte, damals vom ÖRV aber dazu bewegt werden konnte, weiter zu machen, stellte sie ihren Schlitten zu Beginn der Saison 2005/2006 endgültig in die Ecke. „Andere Sachen sind ganz einfach wichtiger geworden. Und irgendwann musste dann auch Schluss sein mit der eigenen Karriere“, sagt Mariner rückblickend.

Dem Rodelsport immer verbunden geblieben

Dem Rodelsport ist sie aber zum Glück verbunden geblieben. Sie machte die Trainerausbildung, war im Schulsportservice tätig, ist seit mehr als zehn Jahren Mitarbeiterin des Tiroler Rodelverbandes und seit zwei Jahren im Sekretariat des Österreichischen Rodelverbandes in Innsbruck tätig. Es darf mit Fug und Recht behauptet werden, dass Sandra Mariner die gute Seele des Rodelsports ist.

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Sandra Mariner

Ihr achtjähriger Sohn Leon wird heuer mit dem Rodelsport beginnen. Die sechsjährige Tochter Cecile muss noch etwas warten. „Sie war bisher immer zu klein und zu leicht fürs Rodeln“, lacht Sandra Mariner.

 

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„Beim Rodeln war ich erblich vorbelastet“

Keine Frage: In den 1990er-Jahren war die gebürtige Längenfelderin Elvira Strigl (geb. Holzknecht) die erfolgreichste Naturbahnrodlerin überhaupt. Mit drei Gesamtsiegen und 16 Siegen bei Weltcuprennen setzte sie neue Maßstäbe.

„Eigentlich sollte ich ja Skifahrerin werden, aber da hat es mich schon im ersten Schülerrennen gewaltige gefeigelt – und meine Karriere war damit auch schon wieder zu Ende“, lacht die heute 43-Jährige.

Beim Rodel hingegen war sie laut eigenen Angaben erblich vorbelastet. Denn schon Vater Alfred und ihr älterer Bruder Alexander schwangen sich immer wieder auf den Schlitten. Und die damals kleine Elvira zeigte dann schon bei diversen Nachwuchsrennen ihr großes Talent.

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Elvira im Alter von 16 Jahren

Umso irrwitziger das Tempo, desto lieber war es Elvira.

Mit irrwitzigem Tempo zischte sie immer wieder auf ihrer Heimatbahn in Längenfeld talwärts. Eine Strecke, die damals von vielen mehr als gefürchtet war. „Ich hab´ sie, wohl auch deshalb, weil es meine Hausbahn war, gar nicht als so wild empfunden. Da ging`s meiner Ansicht nach in Stein an der Enns, Bad Goisern und Bruck heftiger zur Sache. Aber je wilder eine Strecke war, umso besser hat sie mir getaugt“, erzählt Strigl. Ihre Lieblingsbahn war jene in Oberperfuss, auch wenn sie an die nicht nur gute Erinnerungen hat: „Im Jahr 1996 hat mir ein Fehler in der entscheidenden Zielkurve den Weltmeistertitel gekostet. Das war damals äußerst ärgerlich.“

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Elvira (Bildmitte) mit Teamkollegen und Betreuern bei der JEM in Stange/ITA 1992. Mit im Bild Andreas Ruetz (links hinter Elvira) und Alfred Kogler (rechts außen)

Der Weltmeistertitel war ihr nie vergönnt.

Die Ötztalerin wurde damals Zweite – und ein Welt- oder Europameistertitel im Erwachsenenbereich sollten ihr letztlich nie vergönnt sein. Bei der WM 1992 in Bad Goisern wurde sie ebenso Vizeweltmeisterin, 2000 in Olang holte sie Bronze. Bei Europameisterschaften gab es zwei Bronze- (1993 in Stein an der Enns, 1995 in Kandalakscha) und zwei Silbermedaillen (1997 in Moos im Passeier, 1999 in Szczyrk).

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Elvira sicherte sich insgesamt 3 mal den Sieg im Gesamtweltcup

Der Gesamtweltcup war hingegen ihr Metier. In der Saison 1994/1995 gewann sie alle vier ausgetragenen Rennen und sicherte sich erstmals den Titel. In der Saison 1997/1998 holte sie vier Siege in sechs Rennen und wurde zum zweiten Mal Gesamtweltcupsiegerin. Für diese Leistung wurde sie mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. 1998/1999 holte sie zwei Siege und zwei zweite Plätze und entschied den Gesamtweltcup mit lediglich fünf Punkten Vorsprung auf die Südtirolerin Sonja Steinacher für sich.

Schwere Verletzungen begleiteten waren ständige Begleiter ihrer Karriere

Nachdem sie sich nach einigen schweren Verletzungen (u.a. ein offener Knöchelbruch im Dezember 2000) durch die langwierigen Reha-Programm quälen hatte müssen, beendete die Top-Athletin nach der Saison 2002/2003 ihre erfolgreiche Karriere.

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Elvira heute mit ihren beiden Söhnen Lukas und Mario

Heute lebt Strigl in Umhausen und ist Mutter zweier Söhne. „Die sind zwar sehr sportlich, mit Rodeln haben sie aber nichts am Hut“, erzählt die Ex-Sportlerin. Was inzwischen eigentlich auch für sie selbst gilt. „Wenn größere Rennen in der Nähe sind, etwa in Umhausen oder Oberperfuss, fahr ich aber schon als Zuschauerin hin. Interessieren tut mich das Geschehen immer noch.“

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Durch seine Eltern ist der 1979 in Bad Ischl geborene Gernot Schwab einst zum Rodelsport gekommen. „Es war damals bei uns gute Tradition, Mitglied im ATV Irding zu sein“, erinnert sich Schwab zurück. Dass er schon als kleiner Knirps auf der Rodel saß, sollte sich später bezahlt mache, auch wenn seine Karriere stets von Höhen und Tiefen gekennzeichnet war.

Im Alter von sieben Jahren fuhr Schwab sein erstes Rennen. Schon in seiner Jugendzeit holte der begeisterte Sportler rund 80 Siege. Jugendweltmeister und Junioren-Vizeeuropameister waren seine größten Erfolge als Jungsportler. In der Saison 1999/2000 startete er erstmals im Weltcup und belegte auf Anhieb den achten Rang in der Gesamtwertung. Bei der Europameisterschaft 2002 in Frantschach holte er Bronze. Im Jahr darauf gewann er sein erstes Europacuprennen.

Nach einem schweren Sturz stand die Karriere auf der Kippe

Auf diese Highlights folgte ein böser Tiefschlag. Ein Trainingssturz zwang den Irdninger zu einer langen Pause. Fünf Monate lag er im Krankenhaus. Rehabilitation und einer langer Weg zurück standen ihm bevor. „Ich hab damals ehrlich gesagt schon ans Aufhören gedacht. Aber die Faszination des Rodelsports bewegte mich schließlich doch zum Weitermachen“, erinnert sich Schwab zurück.

Der Weltmeister des Jahres 2007

Eine gute Entscheidung, denn die beste Zeit in seiner Sportlerkarriere sollte erst folgen. Fünf Mal wurde er Staatsmeister, sicherte sich bei diversen Europacup- und Weltcuprennen den Sieg. Bei den Europameisterschaften 2006 in Umhausen sicherte er sich den Titel. Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Grande Prairie holte er Gold im Einsitzer und mit der Mannschaft. Im gleichen Jahr wurde er zum Sportler des Jahres gewählt und nahm dafür den „Bronzenen Diskuswerfer“ in Empfang.

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Gernot Schwab bekam den „bronzenen Diskuswerfer“ bei der Auszeichnung zum steirischen Sportler des Jahres 2007

„Ich kann mit meiner Karriere schon sehr glücklich sein. Einige Jahre lang hat alles gepasst – meine Form und auch das Material. Und das habe ich beinhart ausgenutzt“, zeigt er sich rückblickend sehr zufrieden.

Im Jahr 2013 beendete er seine Rodelkarriere. „Ich war seit 2005 berufstätig und habe dann erkannt, dass ich mit den Besten nicht mehr mithalten konnte. Da war es nur folgerichtig, den Schlitten als Aktiver in die Ecke zu stellen“, sagt Schwab.

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Gernot mit seinem Sohn Julian

Auch wenn er selbst auf keine Rennrodel mehr steigt („Fürs langsame Runterrutschen ist mir die Zeit zu schade.“), ist er dem Rodelsport dennoch weiter verbunden. Schwab ist heute Landessportkoordinator für Rodeln in der Steiermark und dort auch zuständig für den gesamten Nachwuchs. Beruflich werkt der zweifache Magister als Lehrer und Sozialpädagoge am LFZ Raumberg-Gumpenstein.

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