Hermannskogel – Top of Vienna

Vom 29.07. – 05.08.2017 fand das Kinderradlager der Naturfreunde Kindberg in Andau statt. Nicht zum ersten Mal  nahmen wir die 160 km von Kindberg nach Andau auf uns. Diesmal jedoch sollte aufgrund unserer „9 Länder 9 Gipfel“ Serie der Höchste Berg von Wien bezwungen werden.

von Michael Scheikl - Rodel Austria Naturbahn-Athlet

Der Hermannskogel – ein Berg in Wien?

Der Hermannskogel ist im nördlichen Wienerwald mit 542 Metern der Hauptgipfel des Kahlengebirges und der höchste Berg Wiens. Am Gipfel befindet sich die Habsburgerwarte, welche Ende des 19. Jahrhunderts als Koordinatenursprung zur Landesvermessung von Österreich-Ungarn gewählt wurde.

Die Habsburgerwarte am Hermannskogel in Wien. 9 Länder-9 Gipfel Radtour des Österreichischen Naturbahnrodel-Teams zum höchsten Punkt von Wien.
Die Habsburgerwarte in Wien

In unserer Serie ist der Hermannskogel der niedrigste Berg den wir zu erklimmen haben. In allen Vorgesprächen mit Freunden, Kollegen oder Familie wurde gelacht als wir vom höchsten Berg Wiens sprachen. Doch je detaillierter wir berichteten, wie wir diese Erhöhung bezwingen wollen, überwiegte das Staunen.

„es wurde gelacht als wir vom höchsten Berg Wiens sprachen“

Wie schon der Geschriebenstein, sollte der Hermannskogel mit dem Rennrad erklommen werden. Die Route führte von Kindberg über den Semmering-Wiener Neustadt nach Wien. Dann weiter zum Hermannskogel, von dort nach Neusiedl am See bis zu unserem Endziel nach Andau, östlich des Neusiedlersees. Es lagen also 240km und 1800hm vor uns. Die einzige Unsicherheit, der Weg von der Hochstraße auf den Höchsten Punkt des Hermannskogels is nicht mit dem Rad befahrbar.

Unsere Radroute von Kindberg nach Wien zum Hermannskogel

Start: 5:00 Uhr – der frühe Vogel fängt den Wurm

Rodelstars am Semmering auf dem Weg nach Wien.

Der erste Weg führt uns durch das Mürztal auf den Semmering. Quasi unsere Hausstrecke die wir mittlerweile auswendig kennen. Weiter nach Gloggnitz, Neunkirchen, Wiener Neustadt, Guntramsdorf bis nach Wien. Dort, nach 120 km, gönnten wir uns die erste Pause mit einer kleinen Stärkung. Danach ging es weiter durch die Stadt mit vielen Abzweigungen zur Hochstraße. Nach wenigen Höhenmetern kamen wir am höchstmöglich-, mit dem Rennrad, befahrbaren Punkt an.

Von hier an lagen noch ca. 150 hm vor uns bevor wir am Hermannskogel waren. Das einzig schwierige daran, wir hatten keine Straße mehr. Somit war uns klar, am letzten Stück galt das Motto „Wer sein Fahrrad pflegt, der trägt“.

Bernd Neurauter und Michael Scheikl tragen ihr Rad hoch zum Hermannskogel
Bernd Neurauter und Michael Scheikl mussten die letzten Meter hoch zum Hermannskogel zu Fuß bewältigen

Mit dem Rad auf den Schultern stapften wir den kürzesten Weg in Richtung Gipfel. Es dauerte nicht lange bis wir den Tags zuvor gefallenen Regen merkten. Ein aufgeweichter Waldboden und stickig, warme Luft um die 27°C verlangten uns einiges ab. Im Nachhinein betrachtet, war die „Wanderung“ mit dem Rad in der Hand kräfteraubender, als die Tour mit dem Rad unter dem Hintern.

Die harte Arbeit macht sich bezahlt. Atemberaubende Aussicht auf unsere Bundeshauptstadt

Endlich am Hermannskogel angekommen machte sich erstmals Erleichterung in uns breit. Doch wir hielten uns nicht lange am höchsten Punkt Wiens auf. So schulterten wir unser Rad erneut und nahmen den Weg zur Höhenstraße nach unten wieder auf uns.

Endlich wieder in gewohnter Position auf dem Rennrad fuhren wir weiter Richtung Burgenland. Nach einer letzten Pause in Wien verließen wir die Stadt und fuhren mit Rückenwind weiter. Wir waren uns sofort einig, dass ein Rennrad-Besuch in der Hauptstadt zu Trainingszwecken nicht gerade förderlich ist. Autos, Busse, Ampeln, und Straßenbahnschienen gestalteten sich als sehr unangenehme Begleiter.

Der weitere Weg führte uns über Bruck an der Leitha, Neusiedl am See bis nach Andau. Die Rodel Austria Naturbahnrodel-Stars beim Kinderradlager der Naturfreunde in AndauBeine waren müde und die Temperaturen drückten uns den Schweiß auf die Stirn. Doch mit dem Wind auf unserer Seite konnten wir die letzten 80km noch gut bewältigen und erreichten nach 7h55min reiner Fahrzeit unser Ziel in Andau. Eine tolle Tour. Wie man sieht kann man eine Tour zum höchsten Berg von Wien durchaus auch anstrengend gestalten ;-). Es müssen nicht immer nur die ganz hohen Gipfel sein!

 


Track von der Route Kindberg-Hermannskogel-Andau

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Geschriebenstein – Radtour zum höchsten Berg des Burgenlandes

Im Rahmen der 9 Länder – 9 Gipfel Mission des Nationalteams der Naturbahnrodler aus Österreich haben sich Michael Scheikl und ich der Herausforderung gestellt, den höchsten Berg des Burgenlandes zu bezwingen.

von Bernd Neurauter | Rodel Austria Naturbahnrodel - Kaderathlet

Von der Steiermark zum höchsten Berg im Burgenland

Wer das Burgenland kennt, der weiß dass es sich nicht um einen richtig hohen Berg handeln kann. Im Nationalteam wurde im Vorfeld schon viel gescherzt und der höchste Berg vom Burgenland, der Geschriebenstein mit seinen 884m als Bodenwelle oder Hügel bezeichnet. Darum dachten wir uns, wir machen das Einfache etwas schwieriger und starten eine Rennradtour von Kindberg (Steiermark) zum Berg. Nach den ersten Routenplanungen war klar, das wird kein einfacher Ausflug. Um es in einem Tag hin und retour zu schaffen muss man schon ein richtiger Ausdauerfreak sein. Aber wir wären nicht zwei „verrückte“ Jungs, wenn wir uns der Herausforderung nicht gestellt hätten und die 250km mit rund 3500hm in Angriff genommen hätten. Außerdem stellt es ein gutes Training für den bevorstehenden Dreiländergiro in Nauders dar.

250 Kilometer und rund 3.500hm galt es zu bewältigen

Gesagt getan, starteten wir am 04.Juli um 6 Uhr morgens mit unseren Rennrädern, einem Camelbak, einigen Powerriegeln und Powergels sowie der obligatorischen Schlechtwetterausrüstung zum höchsten Berg des Burgenlandes.

Die notwendige Energie für unsere Tour zum Geschriebenstein sollten diverse Power-Gels liefern
Um die Monster-Tour zu bewältigen wird ausreichend Energie benötigt

Das Wetter wurde bis Mittag ziemlich stabil gemeldet. Allerdings sollten wir am Nachmittag den einen oder anderen Regenschauer abbekommen.

Der Semmering – die erste große Hürde

Der erste Abschnitt führte uns über den Weltcup- und Höhenluftkurort Semmering. Dieser Berg mit seinen 950m zählt eindeutig zu einem unserer liebsten Ausflugsziele, da sich auf der alten Landstraße nur wenig Verkehr bewegt und es daher richtig schön zum Radln ist. Weiter ging es dann mit einer kurzen Abfahrt Richtung Gloggnitz, wo wir uns dann bereits in Niederösterreich befanden.

Unsere erste Bergetappe in Richtung Burgenland und Geschriebenstein.
Über den Semmering nach Niederösterreich. Michael Scheikl (links) und Bernd Neurauter (rechts)

Dort angekommen fuhren wir über den Wechselpass (980m) in Richtung Aspang. Wir mussten leider eine kleine Ausweichroute in Kauf nehmen, da die direkteste Verbindung über einen Waldweg ging und dieser mit dem Rennrad nicht befahrbar gewesen wäre.

Bis zu diesem Zeitpunkt fühlten wir uns beide noch richtig topfit, wobei wir unser Reisetempo im Vergleich zu sonstigen Ausfahrten (mind. 30er Schnitt) relativ zurückgedreht hatten. Unser Ziel war es ja einfach nur die Tour zu finishen. Ab dem Wechsel ging es dann leicht abfallend in Richtung der Grenze zum Burgenland. Vom Wind verschont drückten wir den Schnitt weiter nach oben und hatten kurz vor dem Anstieg zum Geschriebenstein 28km/h Durchschnittsgeschwindigkeit und bereits über 100km am Tacho.

Dann kam die Bodelwelle die uns überraschte – der Geschriebenstein.

Doch dann kam die Bodenwelle und überraschte uns doch eindeutig. Galt es doch nochmals 500hm zu machen bei einem Anstieg mit teilweise 12%. Schön langsam machten wir uns Gedanken um die Heimreise. Galt es doch noch einmal alles retour zu fahren. Die Ausweichroute um eine schöne Runde zu fahren hätte noch mehr Kilometer und mehr zu bewältigende Höhenmeter bedeutet. Nach nicht einmal 5h und 126km waren wir dann bereits im Naturpark Geschriebenstein.

Noch eine halbe Stunde Fußmarsch

Dort mussten wir noch eine halbe Stunde Fußweg durch den Wald in Kauf nehmen um tatsächlich am höchsten Punkt zu stehen und ein Beweisfoto mit dem Gipfelkreuz zu schießen. Aber wer sein Rad liebt der schiebt es auch gern einmal über einen Waldweg.

Bernd Neurauter und Michael Scheikl. Rodel Stars am GeschriebensteinDank des mitgeführten Selfiesticks und der Gopro sind die Aufnahmen natürlich ziemlich cool geworden. Nach einer kurzen Verschnaufpause am Aussichtsturm und der leider immer schlechter werdenden Witterung gingen wir wieder zurück zur Passstraße um den Heimweg anzutreten.

9 Länder - 9 Gipfel. Rodel Austria Naturbahnrodel-Stars erklimmen die höchsten Berge Österreichs. Hier am Geschriebenstein im Burgenland
Am Gipfel des Geschriebensteins
Panorama vom Geschriebenstein - dem höchsten Berg im Burgenland
Panoramablick vom höchsten Punkt des Burgenlades

Der prognostizierte Regen setzte ein

Gleich bei der Abfahrt wurden wir vom Regen erwischt und wir hofften, dass wir jetzt nicht den ganzen Weg zurück dem Wetter ausgesetzt sind. Aber bereits im Tal lockerte es wieder auf und es hörte zu regnen auf. Schön langsam knurrten die Mägen und wir machten kurz halt bei einem Billa um unsere Trinkflaschen und Camelbaks wieder zu befüllen und etwas feste Nahrung außer den Powerriegeln und Powergels zu uns zu nehmen. Da durfte eindeutig eine Leberkässemmel nicht fehlen die uns wieder Kraft zur Weiterfahrt gab.

Warum haben wir uns das bloß angetan?

Danach radelten wir wieder weiter, wobei wir uns immer wieder mit der Führungsarbeit abwechselnden. Schön langsam bekam jeder von uns immer wieder einen Einbruch und es war richtig viel mentale Stärke notwendig. Denn nicht das Sitzfleisch oder die Kraft war unser größtes Hindernis, sondern die Frage warum haben wir uns das nur schon wieder angetan. Beim Anstieg über den Wechselpass fing es erneut zu schütten an und die Kräfte ließen immer mehr nach.

Der Regen setzt am Rückweg vom Geschriebenstein ein. Rodel Austria Naturbahnrodeln
Am Rückweg durch den Regen

Durch gegenseitiges Motivieren konnten wir uns jedoch noch bis nach Maria Schutz zum Kirchenwirt schleppen und vernaschten dort die wohl besten Krapfen die man essen kann. Dies sollte uns genug Energie für die Heimreise geben.

Wie durch ein Wunder hatten wir auch nach dem Semmering noch Glück mit dem Wind und konnten auf ein wenig Unterstützung hoffen. Nach 9 Stunden und 36 Minuten reiner Fahrzeit kamen wir zu Hause wieder an und legten dabei 252km zurück. Aufgezeichnet haben wir die Tour mit unsrer Polar M400.

Unsere Polar-Tourdaten. Von Kindberg in der Steiermark zum Geschriebenstein im Burgenland
Die Tourdaten im Überblick

8000kcal wurden verbrannt

Danach gab es noch ein gemeinsames Spaghetti essen um zumindest einen Teil der rund 8000kcal aufzufüllen. Jedoch merkten wir wie der Körper immer mehr nachließ und die Anstrengung sich bemerkbar machte. Zusammengefasst war es eine richtige geile Tour zwar richtig anstrengend aber wer uns beide kennt weiß, dass wir fast nichts Normales machen. Es macht auf jeden Fall Lust nach mehr und ich denke es wird nicht lange dauern und wir werden noch längere Distanzen abspulen.

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Rodel-Ass Michael Scheikl | Red-Bull Ring Attacke 2017

Den Red Bull Ring mit reiner Muskelkraft und dem Fahrrad zu bezwingen war das Ziel aller „Ringattackierenden“ bei der Ring Attacke 2017. Dieses Rennen ist ein hartes, aber einzigartiges Erlebnis weilches im Grand-Prix-Modus ausgetragen wird. Es werden 25 Runden à 4,3 km gefahren, was eine Gesamtlänge von 107,5 km ergibt. Wie in der Formel 1 ist beim Grand-Prix-Modus das Rennen beendet, sobald der erste Fahrer die 25 Runden absolviert hat.

von Michael Scheikl / Rodel Austria-Kaderathlet

Lewis Hamilton war schneller

Laut Wikipedia liegt die offiziell schnellste Runde am Red Bull Ring in Spielberg bei 1:06,228 Minuten, gefahren von Lewis Hamilton 2016 in seinem Mercedes Formel 1 Wagen. Im Rahmen der Ring Attacke brauchte ich dabei mehr als sieben Mal so lange wie Lewis Hamilton (7:37 Minuten mit dem Fahrrad) .

Michael Scheikl gemeinsam mit Armin Assinger bei der Ring Attacke 2017
Fotocredit: Harald Tauderer

Armin Assinger lud mittlerweile bereits zum dritten Mal zur Ring Attacke nach Spielberg. Bekannte Persönlichkeiten wie René Haselbacher, Peter Wrolich, Lisa Hütthaler, Nicole Schmidhofer und auch  Armin Assinger persönlich waren am Start. Gefahren wurde im Rennmodus, wo das Rennen zu Ende war, sobald der erste Fahrer 25 Runden absolviert hatte.

Rennrodler Michael Scheikl, Armin Assinger und Extremradsportler Franz Preihs bei der Ring Attacke 2017
Michael Scheikl, Armin Assinger und Extremradsportler Franz Preihs

Der Red Bull Ring wird unter die Lupe genommen

Gemeinsam mit einem Freund und Mitstreiter (hochitom.at) machten wir uns am Sonntag den 28.05.2017 auf den Weg nach Spielberg. Am Ring angekommen, besorgten wir uns die Startnummern, sowie das obligatorische Goodie-Bag bevor wir uns auf den Weg machten, den Red Bull Ring näher unter die Lupe zu nehmen. Begonnen bei Start/Ziel schlenderten wir durch die Boxengasse in Richtung erster Kurve und zugleich erstem Anstieg.

Adjustiert und voller Vorfreude begaben wir uns 45 min vor Start auf die Piste. Über den Anstieg hinauf zur ersten Kurve, abgekürzt in Richtung Voestalpine- und Ziel-Kurve konnten wir uns locker einfahren und hatten erstmals Kontakt mit schadfreiem Asphalt und sehr großzügigen Kurven, wo normalerweise knapp 1000PS röhren.

Der Startschuss gibt das Rennen frei

Um 13:45 war es dann soweit und der Startschuss schallte über den Ring. Die erste Runde wurde noch neutralisiert gefahren, wobei neutralisiert eher für die Spitzenfahrer galt. In den nächsten Runden verteilte sich das Teilnehmerfeld über die gesamte Strecke und so konnte ich ein für mich recht gutes Tempo finden. Die ersten Runden absolvierte ich ohne Probleme.

Naturbahnrodel-Star Michael Scheikl geplagt von Krämpfen bei der Ring Attacke 2017
Michael Scheikl | Fotocredit: Heinz Feyerer

Absolutes Highlight, die Abfahrten. Hat man bereits nach Kurve zwei die ca. 65hm überwunden, geht es im Grunde nur noch bergab. Wenn man nicht gerade auf den Vordermann auffährt, ist ein Bremsen überflüssig. Die Gegebenheiten (schadfreier Asphalt, keine Steine oder andere Verschmutzung, großzügige Kurven…) sind perfekt, wie man Sie auf öffentlichen Straßen nie finden wird. Das Problem; um auch bergab so wenig Zeit wie möglich zu verlieren, musste weiterhin in die Pedale getreten werden.

Krämpfe machten die letzten Runden zur Qual

Ab Mitte des Rennens jedoch musste ich bergab etwas Tempo rausnehmen, um nicht für den in jeder Runde anstehenden, 12% steilen Anstieg keine „Körner“ mehr zu haben. Nach knapp über zwei Stunden Fahrzeit bei 30 Grad in der prallen Sonne, musste ich mich mit anklopfenden Krämpfen in den Oberschenkeln abmühen. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass die letzten Runden eine Qual werden.

Nach 2:55 Stunden Fahrzeit, 19 Runden und 81 Kilometern am Tacho, wurde ich an der Ziellinie abgewunken.

So froh ich auch war als ich das Ziel erreichte, eines war klar, nächstes Jahr WIEDER!!!

Rennrodelstar Michael Scheikl überquert die Ziellinie am Red Bull Ring
Michael Scheikl | Fotocredit: Heinz Feyerer

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Seltenes Glück – allein am Hohen Dachstein

Der Hohe Dachstein ist für uns Österreicher mehr als einfach nur ein Berg. Zwar mag der Hohe Dachstein mit seinen 2.995 m. ü. A. nur der zweithöchste Gipfel der nördlichen Kalkalpen sein, aber das Dachsteinmassiv ist mit Sicherheit ihr bekanntestes Stück. Viel mehr noch, er gehört mit seiner markanten Gipfelform, den stolzen Gletschern sowie seinen mächtigen Südwänden zu den eindruckvollsten und schönsten Gebirgszügen im Alpenraum. Über seinen majestätischen Gipfel verläuft die Landesgrenze zweier österreichischer Bundesländer und damit ist der Hohe Dachstein auch der sprichwörtliche Höhepunkt sowohl der Steiermark als auch von Oberösterreich. Auf der Schattenseite seiner Gipfel erstrecken sich die östlichsten Gletscher von Österreich. Auch wenn sie sich wie überall im Alpenraum stark im Schwund befinden. Seit 1997 ist die Region Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut UNESCO Weltkulturerbe. Aber nun genug der schmeichelnden Worte, wir haben uns den Hohen Dachstein als Skitour von der Nordseite aus vorgenommen. Die Tour vom vorderen Gosausee über den Gosaugletscher und den Westgrat ist wohl eine der schönsten Seiten die der Dachstein zu bieten hat.Vor allem auch weil die Nordseite meist von den Menschenmassen verschont bleibt die im Süden der Versuchung erlegen sich mit der Bahn eine kleine Aufstiegshilfe zu nehmen. Vermutlich sind es die über 2000 Höhenmeter, die beachtliche Strecke sowie der längere Westgrat-Klettersteig, der im Winter oft mit Eis und Schnee gespickt ist, die einem auf dieser Route meist zu einem Gefühl der Einsamkeit verhelfen.

Tourbericht von Gerhard Mühlbacher / Rodel Austria-Naturbahn Trainer

Wir starten unsere Tour am vorderen Gosausee. Genauer gesagt am Gasthof Gosausee (940m) wo wir unser Auto bequem parken können.

Das Rad wird am hinteren Gosausee geparkt. Ab hier geht es dann zu Fuß weiter.
Die Räder werden am hinteren Gosausee geparkt

Auf den ersten 230 zu bewältigenden Höhenmetern bedienen auch wir uns einem kleinen Hilfsmittel. Die Strecke vom vorderen bis hinauf zum hinteren Gosausee (1.160m) legen wir mit unserem Bike zurück. Danach ist ein Fußmarsch bis zur Schneegrenze angesagt, bevor man mit den Skiern über die unendlichen Weiten des Gosaugletschers bis zur oberen Windlucke aufsteigt.

Der Aufstieg über den Gosaugletscher in Bildern

Mit den Skiern verlieren wir uns in den Weiten des Gosaugletschers. Immer mit dem Endziel den Hohen Dachstein steigen wir weiter hoch. Die bizarren Felsformationen wie hinten die Eiskarlspitze sind dabei unser ständiger Begleiter.
Die Weiten des Gosaugletschers mit den bizarren Felsformationen – im Hintergrund Eiskarlspitze
In der Bildmitte lacht uns nicht nur die Sonne sonder auch stets der Hohe Dachstein an. Rechts davon streckt sich die Mitterspitz gen Himmel.
In der Bildmitte lacht stets der Hohe Dachstein herunter – rechts der Mitterspitz
Der Hohe Dachstein vom Gosaugletscher aus gesehen. Vom Gipfel rechts ist der gesamte Westgrat einzusehen.
Der Hohe Dachstein in groß. Vom Gipfel rechts können wir mittlerweile den gesamten Westgrat einsehen
Auf den letzten Metern zur oberen Windlucke. Je höher man kommt desto verschneiter und winterlicher werden die Felswände ringsum.
Die verschneiten Felswände ringsum. Kurz vor der oberen Windlucke.

Der Westgrat – im Winter nichts für Anfänger

Hier auf 2.740 m. ü. A. beginnt der Westgrat Klettersteig. Der Klettersteig ist zwar nicht besonders schwer aber im Winter trotzdem nichts für Anfänger. Im Sommer ist er komplett versichert, im Winter müssen jedoch aufgrund von eingeschneiten Seilen und vereisten Felsen einige Stellen meist ungesichert und mit Steigeisen und Pickel bezwungen werden.

Gerhard Mühlbacher beim Aufstieg über den Westgrat zum Hohen Dachstein. Einige Stellen müssen dabei ungesichert passiert werden.
Gerhard Mühlbacher am Westgrat
Der Rodel Austria Naturbahn Trainer Gerhard Mühlbacher am tief winterlichen Westgrat des Hohen Dachstein mit Pickel und Steigeisen.
der tief winterliche Westgrat
Am Westgrat des winterlichen Dachsteins. Rodel Austria Naturbahn Trainer Gerhard Mühlbacher
die Strapazen nehmen offensichtich zu
Am Westgrat zum Hohen Dachstein ergeben sich immer wieder herrliche Tiefblicke mit weit berhängenden Schneewechten
immer wieder eröffnen sich uns herrliche Tiefblicke

Gipfelglück – allein am Hohen Dachstein

Die Aussicht am Hohen Dachstein ist grandios und wird eigentlich nur durch die Erdkrümmung begrenzt.
Gipfelkreuz am Hohen Dachstein

Selten genug auf einen der prominentesten Gipfel Österreichs allein stehen zu dürfen. Und dies noch dazu bei herrlichem Bergwetter und beinahe wolkenlosem Himmel. Es bietet sich uns ein magisches Gipfelpanorama in 2.995 Meter Höhe, das jeder Bergfreund einmal im Leben gesehen haben sollte. Läppische 5 Meter fehlen dem König Dachstein zum „waschechten“ 3000er. Trotzdem landet er aufgrund seiner Schartenhöhe von 2.136m auf Platz 8 der prominentesten Berge der Alpen. Und die grandiose Gipfel-Aussicht über weite Teile Österreichs unterstreicht dieses Ranking allemal.

Rodel Austria Naturbahn Trainer Gerhard am Gipfel des Hohen Dachsteins angekommen
Gerhard Mühlbacher – Gipfelglück am Hohen Dachstein
Die Aussicht vom Hohen Dachstein in Richtung Hohe Tauern. Großglockner, Wiesbachhorn und Großvenediger sind zum Greifen nahe.
Die Hohen Tauern. Großglockner, Wiesbachhorn und Großvenediger um nur einige zu nennen
Auch unser Ausgangspunkt der vordere Gosausee ist im Tal erkennbar. Am Horizont sieht man bis in den Flachgau – links hinten der Untersberg, rechts hinten der Schafberg, beide noch mit Schnee bedeckt.
Unser Ausgangspunkt der vordere Gosausee.

Seltenes Glück am Hohen Dachstein

Wir hatten an diesem Tag das seltene Glück, dass die guten Schneeverhältnisse eine Abfahrt mit Skiern über den kompletten Westgrat zuließen – ein für mich bislang einzigartiges Erlebnis, welches durch seine Steilheit zur Nachahmung aber nur bedingt geeignet und auch nur bei ausgezeichneten Schneeverhältnissen möglich ist.

Übersicht über die Westgratabfahrt. Am rechten Bildrand sieht man das Skidepot, von wo die meisten Skispuren starten
Übersicht über die Westgratabfahrt

Unsere Tourdaten im Überblick:

  • Ausgangspunkt: Parkplatz am vorderen Gosausee (940m)
  • Endpunkt: Hoher Dachstein (2.995m) – ca. 5,5 Stunden
  • zu bewältigende Höhenmeter: 2.055m
  • unsere Route: Vorderer Gosausee – hinterer Gosausee (mit Bike) – Gosaugletscher – obere Windlucke – Westgrat – Abstieg wie Aufstieg
  • Die Tour wurde als Tagestour mit einer Gesamtdauer von ca. 8 Stunden von Gerhard Mühlbacher unternommen.

 

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Was wäre das Leben ohne meine sportlichen Spontanaktionen?

von Bernd Neurauter (Rodel Austria Naturbahn / Kaderathlet)

Diese Frage beschäftigt mich schon sehr lange, aber ich habe noch immer keine passende Antwort gefunden. Immer wieder werde ich von tollen unerwarteten Vorkommnissen überrascht. Natürlich sind diese nicht immer positiv aber im Falle der Letzten schon. Denn am Freitag dem 21.4.2017 wurde ich während der Arbeit bei Magna Powertrain kontaktiert, ob ich nicht am Sonntag, dem 23.4.2017 bei einer Staffel von der Hotelkette „Vienna House“ beim Vienna City Marathon teilnehmen möchte, da jemand krankheitsbedingt ausgefallen ist. Mir war klar, so eine Chance bei einem der größten Laufevents teilzunehmen, kann ich mir als Sportler nicht entgehen lassen und somit habe ich ohne viel zu überlegen zugesagt. Da ich mich sowieso gerade in der Aufbauphase mit Schwerpunkt Ausdauertraining befinde, sollte es kein Problem sein die 15,5km der Staffel zu bewältigen.

Noch schnell die Kohlenhydratspeicher mit einer Ladung Reis aufgefüllt

ein Teller Reis liefert die notwendige Energie für denAufgrund der doch etwas kurzen Vorbereitung, habe ich am Samstag ein Regenerationsprogramm eingelegt und versucht meine Kohlenhydratspeicher mit einer Ladung Reis aufzufüllen. Um den Ansturm zum Lauf zu entgehen, fuhr ich schon Samstag am Abend mit dem Zug stressfrei in die Bundeshauptstadt Wien. Dort angekommen wurde ich von meinem alten Zimmer- & Studienkollegen abgeholt und wir fuhren direkt zum Startbereich, wo am nächsten Morgen der Lauf startete. Ich konnte es gar nicht mehr erwarten, mit über 42.000 Läufern am nächsten Tag den Vienna City Marathon zu laufen. Natürlich habe ich mich auch noch am Abend über das Wetter für den Lauf informiert und es meldete bis auf starken Wind perfektes Laufwetter für mich. Mit 8 Grad und vereinzelten Sonneneinstrahlungen war alles angerichtet für eine gute Zeit. Da ich mich sehr gut fühlte, beschloss ich am Abend noch, für mich persönlich statt den 15,5km auf die Halbmarathondistanz zu verlängern.

Bernd Neurauter der Rodel Austria Naturbahnrodel Star bei seinen Vorbereitungen zum Start des Vienna City Marathons 2017
Alles bereit für ein tolles Lauferlebnis

Einen Marathon unter 3 Stunden zu laufen wäre mein Traum

Seit ich intensiver mit dem Laufen begonnen habe, ist es ein Wunsch, eine komplette Marathondistanz unter 3 Stunden zu laufen. Aber jeder fängt bekanntlich einmal klein an und somit wollte ich einmal sehen, was ich auf die Halbmarathondistanz aus mir rausholen kann. Der Tag der Entscheidung begann für mich recht früh. Um 7 Uhr wurde ich aufgeweckt, um mit dem Frühstück während des Laufs kein Problem zu bekommen. Vor lauter Aufregung wurde es nur ein Müsli mit einer Banane. Im Anschluss daran begaben wir uns mit der U-Bahn zum Startgelände. Bereits in der U-Bahn wurde merkbar, welche Menschenmengen sich heute in Wien befinden, um an diesem einzigartigen Laufevent teilzunehmen.

Der Vienna City Marathon – ein einzigartiges Laufevent

Wie die Ölsardinen haben wir uns in die Bahn gestopft und die Vorfreude nahm mit jeder Minute zu. Am Start angekommen war eine unüberschaubare Menge an Menschen und ich konnte es kaum mehr erwarten loszulegen. Pünktlich um 8:58 ging es dann schon für die Elite-Läufer los. Ein Wahnsinn was für ein Tempo die vorlegten. Zwei Minuten später durften wir sie dann verfolgen und starteten mit dem 34. Vienna City Marathon. Als riesige Kolonne ging es gleich einmal über die Reichsbrücke. Von dort aus hatte man einen super Ausblick auf die Franz von Assisi Kirche. Alles funktionierte reibungslos und somit kam es zu keiner Drängelei. Beflügelt von den anderen Läufern und den vielen tausenden Zuschauern konnte ich meine Höchstform abrufen.

Mit einem angestrebten Schnitt von 4:30 Minuten pro Kilometer, also umgerechnet ca. 13,5 km/H startete ich in meinen Halbmarathon

Bereits vom Start weg fand ich super in meinen Rhythmus und visierte einen 4 Minuten 30 sec Schnitt pro Kilometer an. Durch immer wieder zurufende Menschen wurde ich so richtig beflügelt und die Kilometer spulten sich von alleine ab. Bereits nach nicht einmal 46 Minuten hatte ich 10 Kilometer absolviert und kein Anzeichen von Müdigkeit oder Erschöpfung war spürbar. Dann kam aber für mich der wohl anstrengendste Kilometer. Bei Kilometer 13 hatte ich kurz einen Einbruch und merkt, dass ich für Nachschub in meinem Energiehaushalt sorgen musste.

Ein kurzer Einbruch der zum Glück schnell behoben werden konnte

Nach einem Powergel und einem Becher Wasser verging der Einbruch wieder und ich konnte bereits nach 1 Stunde 10 Minuten bei Kilometer 15,5 an meine Teamkollegin von der Vienna House Staffel übergeben. Für mich persönlich wollte ich dann noch den Halbmarathon finishen und rannte somit weiter. Fast ohne Schwierigkeiten meisterte ich dann noch die letzten Kilometer bis ins Ziel. Verteilt über die ganze Laufstrecke wurden alle immer wieder von vielen Zuschauern motiviert und somit dachte man gar nie ans Aufgeben. Und dann war das Ziel vor meinen Augen. Nochmals mobilisierte ich alle Kräfte und rannte den letzten Kilometer in meiner persönlichen Bestzeit.

In nur 4:09 absolvierte ich ihn, was im Endeffekt eine Zeit von 1:35,48 ergab, mit einer Durchschnittskilometerzeit von 4:28 und einer Laufdistanz von 21,45km.

Meine Polar M400 liefert alle Laufdaten zum gelaufenen Vienna City Marathon 2017

Meine Polar M400 liefert alle Daten die ich mir wünsche

Alle Daten wurden mit meiner Polar M400 gemessen. Diese fantastische Sportuhr kann ich nur jedem empfehlen der für wenig Geld viele Daten über sein Training haben will. Ihr ist es zu verdanken, dass ich mich nicht überanstrengt habe, da bei so einer Menschenmenge viele tolle Läufer dabei sind und ich mich sicher überschätzt hätte, ohne die Kontrolle wie schnell ich eigentlich laufe. Abschließend habe ich noch ein Foto mit der Finishermedaille und dem Stephansdom als Erinnerung an eine der besten Laufveranstaltungen, an der ich je teilgenommen habe, gemacht. So ein Lauf motiviert eindeutig nach mehr und ich bin schon jetzt am Überlegen ob ich mich nicht gleich für diese tolle Kulisse beim 35. Vienna City Marathon anmelden soll.

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Was wurde aus Irene Koch – Irene Zechner? – jetzt Irene Röhrich

In der nunmehr beinahe 40-jährigen Geschichte bei Weltmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn konnten bisher erst zwei Österreicherinnen den heiß ersehnten Titel erringen. Eine der beiden ist Irene Röhrich (damals noch Irene Zechner).

Es ist schon lange her, fast aus einer anderen Welt

(verfasst von Irene Röhrich)

Ich wurde 1969 in Fohnsdorf, Steiermark geboren und wohnte gleich neben der Rodelbahn. Dort wurden 1978 die Staatsmeisterschaften durchgeführt und ich war Fackelträgerin. Fasziniert von dem Sport und vor allem von der Geschwindigkeit, wollten ich und auch meine Schwester Renate Rodlerinnen des TVN Fohnsdorf werden. Vorbild war damals die für Liezen fahrende Elfriede Pirkmann.

Mit Rohr Werner (Fohnsdorf) und vor allem mit Flacher Karl (Aflenz) hatte ich tolle Trainer an meiner Seite. Nicht zu unterschätzen war die positive Tatsache mit meiner Schwester zu trainieren, wo Höhen und auch Tiefen geteilt wurden.

Team Steiermark on Tour

Mit dem Steiermark Team (Hofer Hias, Danklmaier Willi und Manfred, Hirzegger Gerhard) ging es von Rennen zu Rennen.

Mein damaliger Partner Peter holte sich überall Tipps, auch von Pilz Gerhard um meinen Schlitten sowie mich auf Vordermann zu bringen. Ohne Ihn wären die ganzen Erfolge sicher nicht möglich gewesen.

Erste große Erfolge

1985 Junioren Europameisterin in Oberperfuß

1986 WM Aosta 4.Platz / Junioren EM 3. Platz — Seit Aosta war mein Ziel, so stark zu werden wie die Italienerin Delia Vaudan

1987 EM Jesenice Bronze und einzige Medaille der Österr. Nationalmannschaft /Junioren Europameisterin in Kreuth

Ich konnte von 1985 bis 1996 bei jeder Welt und Europameisterschaft eine Medaille gewinnen!

7 fache Staatsmeisterin

EM Bronze 1987 Jesenice + 1989 Garmisch

EM Silber 1991 Völs

Europameisterin 1993 Stein/Enns + 1995 Kandalakscha

WM Bronze 1992 Bad Goisern

WM Silber 1990 Gsies + 1994 Gsies

Weltcup Gesamtsiegerin 1993/94 + 1995/96

Weltcup 2ter 1994/95

Alle Weltcuprennen: 17 Podestplätze davon 9 Siege

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Letzter großer Erfolg

Weltmeisterin 1996 in Oberperfuß

Dieses Rennen werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen. Mit dem Wissen, dass es mit Sicherheit die allerletzte Saison ist und in meiner Kariere wirklich nur der Weltmeistertitel fehlte, trainierte ich wie besessen. Die ganze Fangemeinde und Sponsoren waren anwesend und drückten mir die Daumen. Nach 3 Läufen und riesiger Anspannung hatte der Rodelgott ein einsehen.

Ich gewann den heiß ersehnten Weltmeistertitel !!!

Genau in Oberperfuß, wo 1985 mit dem Sieg der Junioreneuropameisterschaft meine Traumkarriere begann. So hat sich der Kreis geschlossen.

Privat

Im Herbst 1996 wurde mein Sohn Luca geboren und 1998 meine Tochter Carina. Wir wohnten damals in Baierdorf, Nähe Weißkirchen.

Im Jahr 2000 ging die Beziehung mit Peter auseinander und ich zog nach Fohnsdorf zurück, wo wir jetzt mit meinen Mann Arnold Röhrich und dessen Kinder Susi und Eva als Patchworkfamilie wohnen.lucaevasusicarina

Die Firma Metallbau Röhrich war auch in meiner aktiven Zeit immer ein großzügiger Sponsor und seit 2008 ist Arnold mein Mann und das Beste was mir je passieren konnte.

Sportlich haben wir unsere 4 Kids alles beigebracht, beim Rodeln ist es aber beim Schlittenfahren geblieben.

Ich habe den staatlich geprüften FIT Trainer gemacht und in diversen Institutionen gearbeitet. Jetzt bin ich in der Stadtapotheke in Judenburg im Büro und helfe so gut es geht meinen Mann bei seiner Firma.

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Am höchsten Punkt von Österreich, Großglockner

Gemeinsam spielen wir Tennis (Arnold ist Obmann bei den Naturfreunden in Fohnsdorf), biken und wandern leidenschaftlich. An manchen Wochenenden sind wir auch Hüttenwirte auf der Gaaler Höh.

Manches Mal, vor allem im Dezember muss ich auf die Schmelz Winterleiten fahren um etwas Rodelluft zu schnuppern, wenn die Obdacher Rodler dort trainieren. Ist ein Rennen in unserer Nähe, dann kommen wir gerne als Zuseher.

Es war eine tolle Zeit mit euch, wenn mich auch mein Ehrgeiz vielleicht zu sehr getrieben hat.

Und DANKE dem Herrgott, der immer auf mich auf passt und mich vor großen Verletzungen bewahrt hat.

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NORWEGEN. Rodel-Star Christian Schopf trampt durchs Land der Fjorde und Berge

Auf der Suche nach einer Urlaubsdestination für den heurigen Sommer wurden wir in Skandinavien fündig. Da im Sommer das Aufbautraining eine große Rolle, und nur „faul auf der Haut liegen“ nicht in Frage kam, wollten wir einen Urlaub mit viel Landschaft, Kultur und Action. Einfach noch einmal so richtig Kraft tanken für die anstehende Naturbahn-Rodelsaison.

von Christian Schopf / Rodel Austria Naturbahn –  Kaderathlet, mehrfacher Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften 

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Von Bergen nach Stavanger. Eine Landschaft zum Träumen und Staunen

So reifte der Plan von einer Rucksacktour durch den Süden Norwegens. Nach einiger Recherchearbeit fixierten wir die Städte Bergen und Stavanger als Ankunfts- & Abflugdestinationen. Am 31. Juli ging es vorab nach Stockholm, auf einen kurzen Zwischenstopp in Schwedens wunderschöner Hauptstadt. Zwei Tage später geht es schon weiter nach Bergen, der Regenhauptstadt Norwegens. Jedoch haben wir Glück und die Sonne scheint, während wir die Stadt erkunden und vom Hausberg Fløyen aus die Aussicht auf den Hafen und die umliegende Bergwelt genießen. Nach diesem eintägigen Vergnügen geht es endlich los – bewaffnet mit unseren 25 kg Rucksäcken, inklusive Essen, Zelt, Schlafsäcken und alles was sonst noch zu einem Aufenthalt im Outback dazugehört. Gleich zum Beginn unserer Tour erleben wir einen wunderschönen Aufstieg begleitet von Sonnenschein und 4 Wasserfällen, einer mächtiger als der andere.

 

Von viel Regen, rauem Klima und einer atemberaubend schönen Gegend

Wie das Leben so spielt gibt es Höhen und Tiefen – so auch beim Wetter in Norwegen. Im strömenden Regen setzten wir den Aufstieg fort. Hell ist es im hohen Norden zum Glück relativ lange, sodass wir nach 1100 Höhenmetern, durchnässt und erschöpft endlich um halb 10 den geeigneten Platz für unser Zelt gefunden haben. Nach einer sehr kühlen Nacht geht es auch am nächsten Tag bei sehr rauem Klima weiter. Auf einem hochplateau-artigem Gebiet über der Waldgrenze schlängelt sich unser Weg zwischen Seen, Flüssen und Mooren weiter in Richtung Süden. Nachdem wir die einzige Hütte auf unserer Route passieren, wandern wir weiter abseits von jeglicher Zivilisation über Stock und Stein.

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Bis zum Abend hin legen wir noch einige Kilometer zurück, bevor wir wieder einen Zeltplatz finden. Generell ist es dort oben nicht ganz einfach einen einigermaßen vernünftigen Platz zum Nächtigen  auszusuchen, da entweder Felsen oder Wasser das Gelände einnehmen. Wir gönnen uns noch ein Bad im naheliegenden Fluss, welches aufgrund der Außen- und Wassertemperaturen (beides ca. 10 Grad) relativ kurz ausfällt.

Am Hardangerfjord. Ein echtes Highlight!

Am dritten Tag erlebten wir einige Highlights unserer Tour. 1200 Meter über dem Meer fanden wir riesige Schneefelder vor. Zwischen Schnee, Seen und Nebel suchten wir unseren Weg bis wir dann am Nachmittag für unsere Mühen mit einem traumhaften Ausblick auf das Hardangerfjord belohnt wurden. Zusätzlich prasste ein wunderbarer Wasserfall die knapp 1000 Meter in die Tiefe. Am Abend ging es über die sogenannten Mönchstreppen zu einem wunderbaren, kleinen Ort namens Lofthus.

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Die zweite Woche unseres Aufenthaltes verbrachten wir dann in Nedstrand sowie in Stavanger. Ein Tag im Hochseilgarten schult das Gleichgewichtsgefühl. Bei einer Bootfahrt erleben wir weitere Erfolgserlebnisse beim Fangen unseres Mittagessens.

Ein Abschied mit viel Wehmut

Die Tagestour auf eine der Hauptattraktionen im Süden Norwegens, dem Preikestolen (Predigtstuhl), wird durch das schnelle Tempo zu einer schönen Trainingseinheit. Schade nur, dass der von den Sherpas wunderschön angelegter Pfad von zahlreichen Touristen überfüllt ist und das Wetter, wieder einmal, zu wünschen übrig lässt. Den üblichen Postkartenausblick bekommen wir zwar nicht zusehen, aber das Rauschen der Wasserfälle lässt die schwindelerregende Tiefe erahnen.

Die letzten zwei Tage der Reise widmen wir der kulturellen Fortbildung und besuchen unter anderem ein sehr interessantes Konservenmuseum sowie das Öl-Museum in Stavanger.

Sogar ein Strandspaziergang geht sich am letzten Tag unseres Trips noch aus. Mit Wehmut geht es zum Flughafen, wo sich selbst unsere schweren Rucksäcke leicht anfühlen. Ein Abenteuer geht zu Ende, aber es wird bestimmt nicht der letzte Aufenthalt im beeindruckenden Norden sein.

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Was wurde aus Gernot Schwab?

„Ich habe die gute Zeit beinhart genutzt“

Durch seine Eltern ist der 1979 in Bad Ischl geborene Gernot Schwab einst zum Rodelsport gekommen. „Es war damals bei uns gute Tradition, Mitglied im ATV Irding zu sein“, erinnert sich Schwab zurück. Dass er schon als kleiner Knirps auf der Rodel saß, sollte sich später bezahlt mache, auch wenn seine Karriere stets von Höhen und Tiefen gekennzeichnet war.

Im Alter von sieben Jahren fuhr Schwab sein erstes Rennen. Schon in seiner Jugendzeit holte der begeisterte Sportler rund 80 Siege. Jugendweltmeister und Junioren-Vizeeuropameister waren seine größten Erfolge als Jungsportler. In der Saison 1999/2000 startete er erstmals im Weltcup und belegte auf Anhieb den achten Rang in der Gesamtwertung. Bei der Europameisterschaft 2002 in Frantschach holte er Bronze. Im Jahr darauf gewann er sein erstes Europacuprennen.

Nach einem schweren Sturz stand die Karriere auf der Kippe

Auf diese Highlights folgte ein böser Tiefschlag. Ein Trainingssturz zwang den Irdninger zu einer langen Pause. Fünf Monate lag er im Krankenhaus. Rehabilitation und einer langer Weg zurück standen ihm bevor. „Ich hab damals ehrlich gesagt schon ans Aufhören gedacht. Aber die Faszination des Rodelsports bewegte mich schließlich doch zum Weitermachen“, erinnert sich Schwab zurück.

Der Weltmeister des Jahres 2007

Eine gute Entscheidung, denn die beste Zeit in seiner Sportlerkarriere sollte erst folgen. Fünf Mal wurde er Staatsmeister, sicherte sich bei diversen Europacup- und Weltcuprennen den Sieg. Bei den Europameisterschaften 2006 in Umhausen sicherte er sich den Titel. Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Grande Prairie holte er Gold im Einsitzer und mit der Mannschaft. Im gleichen Jahr wurde er zum Sportler des Jahres gewählt und nahm dafür den „Bronzenen Diskuswerfer“ in Empfang.

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Gernot Schwab bekam den „bronzenen Diskuswerfer“ bei der Auszeichnung zum steirischen Sportler des Jahres 2007

„Ich kann mit meiner Karriere schon sehr glücklich sein. Einige Jahre lang hat alles gepasst – meine Form und auch das Material. Und das habe ich beinhart ausgenutzt“, zeigt er sich rückblickend sehr zufrieden.

Im Jahr 2013 beendete er seine Rodelkarriere. „Ich war seit 2005 berufstätig und habe dann erkannt, dass ich mit den Besten nicht mehr mithalten konnte. Da war es nur folgerichtig, den Schlitten als Aktiver in die Ecke zu stellen“, sagt Schwab.

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Gernot mit seinem Sohn Julian

Auch wenn er selbst auf keine Rennrodel mehr steigt („Fürs langsame Runterrutschen ist mir die Zeit zu schade.“), ist er dem Rodelsport dennoch weiter verbunden. Schwab ist heute Landessportkoordinator für Rodeln in der Steiermark und dort auch zuständig für den gesamten Nachwuchs. Beruflich werkt der zweifache Magister als Lehrer und Sozialpädagoge am LFZ Raumberg-Gumpenstein.

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