Geschichte des Naturbahnrodelns

Naturbahnrodeln ist die ursprünglichste Sportart des Rodelns und Variante des Rennrodelns, die sich zunächst parallel mit dem Rennrodeln auf Kunstbahn entwickelte und ab den 1960er Jahren eine eigene Disziplin wurde. Waren bis in die 1990er Jahre Österreich und Italien die dominierenden Nationen im internationalen Renngeschehen, können mittlerweile auch andere Länder wie Russland, Deutschland, Neuseeland und Polen beachtliche Erfolge vorweisen.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Rodelrennen ausschließlich auf verschneiten Waldwegen gefahren, die teilweise ein bis zwei Meter hohe Schneewände an den Kurvenaußenseiten aufwiesen. Ab 1910 begann man eigens für den Rodelsport Bahnen anzulegen und die überhöhten Kurven zu vereisen, um sie länger befahrbar zu machen. Die ersten Kunstbahnen waren entstanden. Da nur wenige solche Bahnen verfügbar waren, fuhr man zumeist weiterhin auf Waldstraßen, die keine überhöhten Kurven hatten. Diese Naturbahnen wiesen eine ebene Bahnsohle auf. Bis in die 1960er Jahre gab es noch keine formale Trennung zwischen Kunst- und Naturbahnrodeln und die Sportler waren nicht spezialisiert. Für beide Bahntypen wurden dieselben Rodeln verwendet und das Wettkampfreglement unterschied sich nicht. Wegen der geringen Anzahl von Kunstbahnen fanden die meisten Wettkämpfe auf Naturbahnen statt, erst in den 1950er Jahren wurden vermehrt Kunstbahnen gebaut. Nach der Olympiapremiere 1964 trennte sich die Entwicklung von Kunst- und Naturbahnrodeln. Alle bis dahin ausgetragenen Welt- und Europameisterschaften wurden nachträglich als Kunstbahnwettkämpfe gewertet, ungeachtet dessen, ob sie wirklich auf Kunst- oder, wie meistens der Fall, auf Naturbahn ausgetragen wurden. 1966 gründete sich innerhalb des Internationalen Rennrodelverbandes (FIL) eine eigene Naturbahnkommission, die sich ausschließlich um diese Sportart kümmerte. Für den in den Alpenländern sehr populären Naturbahnrodelsport wurden eigene Wettbewerbe durchgeführt.

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1. Karawankentournee / Alpen Adria Pokal 1978
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1. Karawankentournee / Alpen Adria Pokal 1978

Ab 1967 gab es den Europapokal, 1970 führte man in Kapfenberg die erste Europameisterschaft durch und 1979 wurde in Inzing die erste Weltmeisterschaft ausgetragen. Seit 1992 gibt es einen Weltcup, der in sechs Wertungsläufen pro Saison wie bei den internationalen Meisterschaften im Einsitzer der Herren und Damen sowie in einem Doppelsitzer ausgetragen wird. Daneben gibt es den Interkontinentalcup, der hauptsächlich zur Förderung des Nachwuchses dienen soll. Bei Welt- und Europameisterschaften wird auch ein

 

Mannschaftswettbewerb mit je einem Einsitzer von Frauen und Männern und einem Doppelsitzer durchgeführt. Junioren-Europameisterschaften gibt es seit 1974, Junioren-Weltmeisterschaften seit 1997. Es hat sich ein Rhythmus entwickelt, bei dem in ungeraden Jahren Weltmeisterschaften und Junioren-Europameisterschaften ausgetragen werden und in geraden Jahren die Europameisterschaft und die Junioren-WM. Seit der Saison 2014/15 gibt es als Ersatz für den Intercontinentalcup (IC-Cup) den Junioren-Weltcup (JWC) mit 4 Rennen, welche in den Klassen Junioren I und Junioren II gewertet werden. Der Internationale Rennrodelverband unternimmt seit den 1970er Jahren Versuche für die Anerkennung des Naturbahnrodelns als olympische Disziplin, scheiterte allerdings bisher bei allen Versuchen, eine Aufnahme dieses Sportes in das Programm der Olympischen Spiele zu erreichen. Quelle: Wikipedia 

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Weltcup Kühtai 2016 / Fotocredit: WK Fotografie GmbH

 

4th FIL World Cup on Natural Track 2015/16 - Moscow, RUS
Weltcup Moskau 2016 / Fotocredit: FIL-Peter Maurer

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