Seltenes Glück – allein am Hohen Dachstein

Der Hohe Dachstein ist für uns Österreicher mehr als einfach nur ein Berg. Zwar mag der Hohe Dachstein mit seinen 2.995 m. ü. A. nur der zweithöchste Gipfel der nördlichen Kalkalpen sein, aber das Dachsteinmassiv ist mit Sicherheit ihr bekanntestes Stück. Viel mehr noch, er gehört mit seiner markanten Gipfelform, den stolzen Gletschern sowie seinen mächtigen Südwänden zu den eindruckvollsten und schönsten Gebirgszügen im Alpenraum. Über seinen majestätischen Gipfel verläuft die Landesgrenze zweier österreichischer Bundesländer und damit ist der Hohe Dachstein auch der sprichwörtliche Höhepunkt sowohl der Steiermark als auch von Oberösterreich. Auf der Schattenseite seiner Gipfel erstrecken sich die östlichsten Gletscher von Österreich. Auch wenn sie sich wie überall im Alpenraum stark im Schwund befinden. Seit 1997 ist die Region Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut UNESCO Weltkulturerbe. Aber nun genug der schmeichelnden Worte, wir haben uns den Hohen Dachstein als Skitour von der Nordseite aus vorgenommen. Die Tour vom vorderen Gosausee über den Gosaugletscher und den Westgrat ist wohl eine der schönsten Seiten die der Dachstein zu bieten hat.Vor allem auch weil die Nordseite meist von den Menschenmassen verschont bleibt die im Süden der Versuchung erlegen sich mit der Bahn eine kleine Aufstiegshilfe zu nehmen. Vermutlich sind es die über 2000 Höhenmeter, die beachtliche Strecke sowie der längere Westgrat-Klettersteig, der im Winter oft mit Eis und Schnee gespickt ist, die einem auf dieser Route meist zu einem Gefühl der Einsamkeit verhelfen.

Tourbericht von Gerhard Mühlbacher / Rodel Austria-Naturbahn Trainer

Wir starten unsere Tour am vorderen Gosausee. Genauer gesagt am Gasthof Gosausee (940m) wo wir unser Auto bequem parken können.

Das Rad wird am hinteren Gosausee geparkt. Ab hier geht es dann zu Fuß weiter.
Die Räder werden am hinteren Gosausee geparkt

Auf den ersten 230 zu bewältigenden Höhenmetern bedienen auch wir uns einem kleinen Hilfsmittel. Die Strecke vom vorderen bis hinauf zum hinteren Gosausee (1.160m) legen wir mit unserem Bike zurück. Danach ist ein Fußmarsch bis zur Schneegrenze angesagt, bevor man mit den Skiern über die unendlichen Weiten des Gosaugletschers bis zur oberen Windlucke aufsteigt.

Der Aufstieg über den Gosaugletscher in Bildern

Mit den Skiern verlieren wir uns in den Weiten des Gosaugletschers. Immer mit dem Endziel den Hohen Dachstein steigen wir weiter hoch. Die bizarren Felsformationen wie hinten die Eiskarlspitze sind dabei unser ständiger Begleiter.
Die Weiten des Gosaugletschers mit den bizarren Felsformationen – im Hintergrund Eiskarlspitze
In der Bildmitte lacht uns nicht nur die Sonne sonder auch stets der Hohe Dachstein an. Rechts davon streckt sich die Mitterspitz gen Himmel.
In der Bildmitte lacht stets der Hohe Dachstein herunter – rechts der Mitterspitz
Der Hohe Dachstein vom Gosaugletscher aus gesehen. Vom Gipfel rechts ist der gesamte Westgrat einzusehen.
Der Hohe Dachstein in groß. Vom Gipfel rechts können wir mittlerweile den gesamten Westgrat einsehen
Auf den letzten Metern zur oberen Windlucke. Je höher man kommt desto verschneiter und winterlicher werden die Felswände ringsum.
Die verschneiten Felswände ringsum. Kurz vor der oberen Windlucke.

Der Westgrat – im Winter nichts für Anfänger

Hier auf 2.740 m. ü. A. beginnt der Westgrat Klettersteig. Der Klettersteig ist zwar nicht besonders schwer aber im Winter trotzdem nichts für Anfänger. Im Sommer ist er komplett versichert, im Winter müssen jedoch aufgrund von eingeschneiten Seilen und vereisten Felsen einige Stellen meist ungesichert und mit Steigeisen und Pickel bezwungen werden.

Gerhard Mühlbacher beim Aufstieg über den Westgrat zum Hohen Dachstein. Einige Stellen müssen dabei ungesichert passiert werden.
Gerhard Mühlbacher am Westgrat
Der Rodel Austria Naturbahn Trainer Gerhard Mühlbacher am tief winterlichen Westgrat des Hohen Dachstein mit Pickel und Steigeisen.
der tief winterliche Westgrat
Am Westgrat des winterlichen Dachsteins. Rodel Austria Naturbahn Trainer Gerhard Mühlbacher
die Strapazen nehmen offensichtich zu
Am Westgrat zum Hohen Dachstein ergeben sich immer wieder herrliche Tiefblicke mit weit berhängenden Schneewechten
immer wieder eröffnen sich uns herrliche Tiefblicke

Gipfelglück – allein am Hohen Dachstein

Die Aussicht am Hohen Dachstein ist grandios und wird eigentlich nur durch die Erdkrümmung begrenzt.
Gipfelkreuz am Hohen Dachstein

Selten genug auf einen der prominentesten Gipfel Österreichs allein stehen zu dürfen. Und dies noch dazu bei herrlichem Bergwetter und beinahe wolkenlosem Himmel. Es bietet sich uns ein magisches Gipfelpanorama in 2.995 Meter Höhe, das jeder Bergfreund einmal im Leben gesehen haben sollte. Läppische 5 Meter fehlen dem König Dachstein zum „waschechten“ 3000er. Trotzdem landet er aufgrund seiner Schartenhöhe von 2.136m auf Platz 8 der prominentesten Berge der Alpen. Und die grandiose Gipfel-Aussicht über weite Teile Österreichs unterstreicht dieses Ranking allemal.

Rodel Austria Naturbahn Trainer Gerhard am Gipfel des Hohen Dachsteins angekommen
Gerhard Mühlbacher – Gipfelglück am Hohen Dachstein
Die Aussicht vom Hohen Dachstein in Richtung Hohe Tauern. Großglockner, Wiesbachhorn und Großvenediger sind zum Greifen nahe.
Die Hohen Tauern. Großglockner, Wiesbachhorn und Großvenediger um nur einige zu nennen
Auch unser Ausgangspunkt der vordere Gosausee ist im Tal erkennbar. Am Horizont sieht man bis in den Flachgau – links hinten der Untersberg, rechts hinten der Schafberg, beide noch mit Schnee bedeckt.
Unser Ausgangspunkt der vordere Gosausee.

Seltenes Glück am Hohen Dachstein

Wir hatten an diesem Tag das seltene Glück, dass die guten Schneeverhältnisse eine Abfahrt mit Skiern über den kompletten Westgrat zuließen – ein für mich bislang einzigartiges Erlebnis, welches durch seine Steilheit zur Nachahmung aber nur bedingt geeignet und auch nur bei ausgezeichneten Schneeverhältnissen möglich ist.

Übersicht über die Westgratabfahrt. Am rechten Bildrand sieht man das Skidepot, von wo die meisten Skispuren starten
Übersicht über die Westgratabfahrt

Unsere Tourdaten im Überblick:

  • Ausgangspunkt: Parkplatz am vorderen Gosausee (940m)
  • Endpunkt: Hoher Dachstein (2.995m) – ca. 5,5 Stunden
  • zu bewältigende Höhenmeter: 2.055m
  • unsere Route: Vorderer Gosausee – hinterer Gosausee (mit Bike) – Gosaugletscher – obere Windlucke – Westgrat – Abstieg wie Aufstieg
  • Die Tour wurde als Tagestour mit einer Gesamtdauer von ca. 8 Stunden von Gerhard Mühlbacher unternommen.

 

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Was wurde aus Gerhard Pilz?

Vom Schulweg in den Rodelolymp

Mit fünf Weltmeistertiteln, zwei Europameistertiteln, zwei Gesamtweltcupsiegen und 19 Siegen in Weltcuprennen zählt der am 17. Juli 1965 in Bad Ischl geborene Gerhard Pilz zu den erfolgreichsten Naturbahnrodlern der Geschichte. Dabei hat seine Rodelkarriere wahrlich ganz klein angefangen – der junge Gerhard, der am Berg aufgewachsen war, fuhr nämlich als Kind mit dem Schlitten in die Schule!

Mit dem Schlitten in die Schule

Gerhard erinnert sich zurück: „Dadurch, dass ich zum Unterricht gerodelt bin, wurde der Schlitten für mich zu einem ganz natürlichen Begleiter. Erste sportliche Gehversuche gab`s dann auf der alten Pötschenpassstraße, die damals eine gefürchtete Rodelbahn war. Anfangs noch als Beifahrer dabei, versuchte ich mich bald selbst am Steuern des Schlittens. Und war dann ziemlich bald schneller als deutliche ältere Rodler.“

So fiel es ihm, der sich auch im Skifahren und Skispringen versuchte, dann letztlich auch nicht schwer, sich fürs Rodeln zu entscheiden. „Die ersten Pokale, die ich gewonnen hatte, waren da natürlich eine zusätzliche Motivation“, erinnert sich Gerhard zurück.

Als 5-facher Weltmeister in die Hall of Fame des Internationalen Rodelverbandes

Die Bilanz, die der Oberösterreicher dann während seiner Karriere herausfuhr, sucht wohl seinesgleichen. Hier eine Auflistung:

Weltmeisterschaften:

Gold Fénis-Aosta 1986 (Einsitzer)

Gold Gsies 1990 (Einsitzer)

Gold Bad Goisern 1992 (Einsitzer)

Gold Gsies 1994 (Einsitzer)

Gold Oberperfuss 1996 (Einsitzer)

Silber Olang 2000 (Einsitzer)

Silber Stein an der Enns 2001 (Mannschaft)

Bronze Stein an der Enns 2001 (Einsitzer)

Silber Zelezniki 2003 (Einsitzer)

Silber Grande Prairie 2007 (Einsitzer)

Europameisterschaften:

Silber Garmisch-Partenkirchen 1989 (Einsitzer)

Bronze Moos im Passeier 1997 (Einsitzer)

Gold Frantschach 2002 (Einsitzer)

Gold Hüttau 2004 (Einsitzer)

Darüber hinaus gewann Gerhard die Gesamtweltcupwertung 2000/2001 und 2001/2002.

Mittlerweile als Bundestrainer in Deutschland aktiv

Dem Naturbahnrodelsport ist der Top-Athlet auch nach seiner aktiven Karriere erhalten geblieben. Nachdem er sich zunächst dazu entschieden hatte, etwas Abstand zu gewinnen, ist er inzwischen seit 2008 Bundestrainer der deutschen Naturbahnrodler. „Der deutsche Stützpunkt für diesen Sport liegt in Berchtesgaden. Das ist gerade einmal eine Stunde Fahrtzeit von meiner Heimat entfernt und für mich somit ideal“, sagt der Coach.

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Gerhard Pilz ist mittlerweile Bundestrainer der Naturbahnrodler in Deutschland

In Deutschland ist er bestrebt, eine junge, schlagkräftige Mannschaft aufzubauen. „Talente sind genügend vorhanden. Und für den Sport insgesamt wäre es sehr wichtig, dass eine Nation wie Deutschland im Spitzenfeld mitmischt.“

Abseits seiner Rodelaktivitäten ist Gerhard ein begeisterter Bergsteiger, der weltweit unterwegs ist. Unter anderem betreibt er auch zwei Schulprojekte in Nepal.

Zusätzliche Informationen zu Gerhard Pilz gibt es auf seiner Homepage www.gerhardpilz.at auch im Internet.

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TINA UNTERBERGER „DER RODELFLOH“ AUS BAD GOISERN. SIE IST DIE UNUMSTRITTENE NUMMER EINS IM ÖSTERREICHISCHEN NATURBAHNRODEL DAMENTEAM. HIER ERFAHRT IHR VON DER 30JÄHRIGEN OBERÖSTERREICHERIN OB SIE LIEBER JEANS ODER DAMENKLEID TRÄGT UND WAS SIE UND PUMUCKL GEMEINSAM HABEN.

Dein Lieblingsoutfit?

Jogger, Jean und aus…..

Dein erster Kuss?

Boah…long aus.

Liebstes Urlaubsziel?

Egal, Hauptsache warm.

Eine Fee schenkt dir drei Wünsche…

ich wünsche mir noch drei Wünsche. Ich wünsche mir, dass die Fee ein Leben lang mindestens einmal pro Woche bei mir vorbeischaut. Einen Wunsch behalte ich mir auf.

Welchen Sport würdest du machen wenn du nicht Rodlerin geworden wärst?

Keine Ahnung, irgendeine grobmotorische Sportart wo ich niemanden verletzen kann.

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Tina bei der Fahrt zum Weltcupsieg in Kühtai 2015. Fotocredit: W+K Photo

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