Bestenliste – Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahn, Damen

Der Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahn wurde erstmals in der Saison 1992/93 ausgetragen. Der 12. Dezember 1992 ist somit der Geburtstag des Naturbahnrodel-Weltcup, denn an jenem Tag ging das erste Rennen im finnischen Rautavaara über die Bühne. Bis heute fanden 147 Weltcup-Rennen an 46 verschiedenen Veranstaltungsorten in 11 Ländern statt. Der Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahn feiert also sein 25-jähriges Jubiläum. Grund genug für uns, einen Blick zurückzuwerfen und uns folgender Frage zu widmen: Wer sind die erfolgreichsten Naturbahnrodler/innen im Weltcup? Wir machen den Anfang bei den Damen. Also wer sind die erfolgreichsten Athletinnen der letzten 25 Jahre?

Erfolgreichste Weltcupsiegerinnen im Damen Einsitzer

Rang

Name Nation Siege Zweite Dritte

Total

1

Ekaterina Lavrentjeva RUS 55 21 11 87

2

Elvira Holzknecht AUT 16 8 6 30

3

Renate Gietl ITA 15 19 15 49

4

Sonja Steinacher ITA 14 12 12 38

5

Evelin Lanthaler ITA 9 11 13 33

6

Irene Zechner AUT 9 6 2

17

7 Ljubov Panjutina RUS 5 7 6

18

8 Christa Gietl ITA 5 4 9

18

9 Sandra Mariner AUT 4 10 13

27

10 Greta Pinggera ITA 4 9 6

19

1. Ekaterina Lavrentjeva (RUS)

Ekaterina Lavrentjeva ist die erfolgreichste Rodlerin auf Naturbahn. Die Rennrodlerin hat bis heute insgesamt 55 Weltcupsiege eingefahren
Ekaterina Lavrentjeva – Foto: W+K Photo
Ekaterina Lavrentjeva aus Russland beim Rodel Weltcup im Kühtai in Tirol.
Ekaterina Lavrentjeva – Foto: W+K Photo

Ekaterina Lavrentjeva ist die Grande Dame und die unangefochtene Nummer 1 unter allen Naturbahnrodlerinnen.

Sage und schreibe 55 Weltcupsiege und insgesamt 87 Podesplatzierungen konnte die in Kandalakscha geborene Russin bis bis heute für sich einfahren. Diese einzigartige und herausragende Bestmarke wird vermutlich noch lange bestehen bleiben. In der vergangenen Saison legte Ekaterina eine Babypause ein, ob sie im kommenden Winter 2017/18 wieder in den Weltcup einsteigen wird steht noch nicht fest.

1. Plätze
2. Plätze
3. Plätze
Gesamt

55

21 11

87


2. Elvira Strigl – geb. Holzknecht (AUT)

Die erfolgreiche Rodlerin aus dem Ötztal landet auf Platz 2 im Ranking der erfolgreichsten Rodlerinnen aller Zeiten.
Elvira Strigl (geb. Holzknecht)

Elvira Holzknecht war in den 1990er Jahren das Maß aller Dinge. Nicht zuletzt aufgrund mehrerer schwerer Verletzungen beendete die Tirolerin nach der Saison 2002/2003 ihre erfolgreiche Karriere. Stolz kann sie auf 16 Weltcupsiege zurückblicken.

1. Plätze
2. Plätze
3. Plätze
Gesamt
16 8 6

30


3. Renate Gietl (ITA)

Renate Gietl hat im Rennrodeln auf Naturbahn 15 Weltcupsiege erreicht und zählt damit zu den erfolgreichsten Sportlerinnen dieser Sportart.
Renate Gietl

Die sympatische Italienerin gab ihr Weltcupdebut in der Saison 1999/2000. Sie war in den darauffolgenden Jahren die ewige Kontrahentin von Ekaterina Lavrentjeva. Auch wenn Renate Gietl nicht die selbe Anzahl an Weltcupsiegen wie die Russin einfahren konnte, finden wir sie trotzdem zurecht im Ranking unter den Top 3. Kurz vor der Weltcupsaison 2012/2013 gab Renate überraschend ihren Rücktritt bekannt.

1. Plätze
2. Plätze
3. Plätze
Gesamt
15 19 15

49


4. Sonja Steinacher (ITA)

Sonja Steinacher gewann den Red Bull Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahn 2000
Sonja Steinacher (Bildmitte)

In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre und zu Beginn der 2000er-Jahre gehörte Sonja Steinacher zu den erfolgreichsten Sportlerinnen im Naturbahnrodeln. 14 Weltcupsiege stehen auf ihrer Habenseite. Nach der Saison 2002/2003 beendete Steinacher im Alter von 27 Jahren ihre erfolgreiche Karriere.

1. Plätze
2. Plätze
3. Plätze
Gesamt
14 12 12

38


5. Evelin Lanthaler (ITA)

Evelin Lanthaler auf dem Weg zu Platz 3 beim Rodel Weltcup im Kühtai in Tirol
Evelin Lanthaler-Foto: Chris Walch

Evelin Lanthaler beim Rodel Weltcuprennen in Umhausen im Ötztal/Tirol

Trotz ihrer noch jungen Jahre landet Evelin Lanthaler bereits in den Top 5 des Rankings der meisten Naturbahnrodel-Weltcupsiege. Evelin ist seit der Saison 2007/2008 fixer Bestandteil des italienischen Weltcup-Teams. Bis heute konnte Evelin bereits 9 Weltcupsiege einfahren. Evelin Lanthaler ist noch aktiv und wird sicherlich alles daran setzen dass noch der eine oder andere Sieg dazu kommen wird.

1. Plätze
2. Plätze
3. Plätze
Gesamt
9 11 13

33

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Was wurde aus Elvira Strigl (geb. Holzknecht)?

„Beim Rodeln war ich erblich vorbelastet“

Keine Frage: In den 1990er-Jahren war die gebürtige Längenfelderin Elvira Strigl (geb. Holzknecht) die erfolgreichste Naturbahnrodlerin überhaupt. Mit drei Gesamtsiegen und 16 Siegen bei Weltcuprennen setzte sie neue Maßstäbe.

„Eigentlich sollte ich ja Skifahrerin werden, aber da hat es mich schon im ersten Schülerrennen gewaltige gefeigelt – und meine Karriere war damit auch schon wieder zu Ende“, lacht die heute 43-Jährige.

Beim Rodel hingegen war sie laut eigenen Angaben erblich vorbelastet. Denn schon Vater Alfred und ihr älterer Bruder Alexander schwangen sich immer wieder auf den Schlitten. Und die damals kleine Elvira zeigte dann schon bei diversen Nachwuchsrennen ihr großes Talent.

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Elvira im Alter von 16 Jahren

Umso irrwitziger das Tempo, desto lieber war es Elvira.

Mit irrwitzigem Tempo zischte sie immer wieder auf ihrer Heimatbahn in Längenfeld talwärts. Eine Strecke, die damals von vielen mehr als gefürchtet war. „Ich hab´ sie, wohl auch deshalb, weil es meine Hausbahn war, gar nicht als so wild empfunden. Da ging`s meiner Ansicht nach in Stein an der Enns, Bad Goisern und Bruck heftiger zur Sache. Aber je wilder eine Strecke war, umso besser hat sie mir getaugt“, erzählt Strigl. Ihre Lieblingsbahn war jene in Oberperfuss, auch wenn sie an die nicht nur gute Erinnerungen hat: „Im Jahr 1996 hat mir ein Fehler in der entscheidenden Zielkurve den Weltmeistertitel gekostet. Das war damals äußerst ärgerlich.“

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Elvira (Bildmitte) mit Teamkollegen und Betreuern bei der JEM in Stange/ITA 1992. Mit im Bild Andreas Ruetz (links hinter Elvira) und Alfred Kogler (rechts außen)

Der Weltmeistertitel war ihr nie vergönnt.

Die Ötztalerin wurde damals Zweite – und ein Welt- oder Europameistertitel im Erwachsenenbereich sollten ihr letztlich nie vergönnt sein. Bei der WM 1992 in Bad Goisern wurde sie ebenso Vizeweltmeisterin, 2000 in Olang holte sie Bronze. Bei Europameisterschaften gab es zwei Bronze- (1993 in Stein an der Enns, 1995 in Kandalakscha) und zwei Silbermedaillen (1997 in Moos im Passeier, 1999 in Szczyrk).

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Elvira sicherte sich insgesamt 3 mal den Sieg im Gesamtweltcup

Der Gesamtweltcup war hingegen ihr Metier. In der Saison 1994/1995 gewann sie alle vier ausgetragenen Rennen und sicherte sich erstmals den Titel. In der Saison 1997/1998 holte sie vier Siege in sechs Rennen und wurde zum zweiten Mal Gesamtweltcupsiegerin. Für diese Leistung wurde sie mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. 1998/1999 holte sie zwei Siege und zwei zweite Plätze und entschied den Gesamtweltcup mit lediglich fünf Punkten Vorsprung auf die Südtirolerin Sonja Steinacher für sich.

Schwere Verletzungen begleiteten waren ständige Begleiter ihrer Karriere

Nachdem sie sich nach einigen schweren Verletzungen (u.a. ein offener Knöchelbruch im Dezember 2000) durch die langwierigen Reha-Programm quälen hatte müssen, beendete die Top-Athletin nach der Saison 2002/2003 ihre erfolgreiche Karriere.

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Elvira heute mit ihren beiden Söhnen Lukas und Mario

Heute lebt Strigl in Umhausen und ist Mutter zweier Söhne. „Die sind zwar sehr sportlich, mit Rodeln haben sie aber nichts am Hut“, erzählt die Ex-Sportlerin. Was inzwischen eigentlich auch für sie selbst gilt. „Wenn größere Rennen in der Nähe sind, etwa in Umhausen oder Oberperfuss, fahr ich aber schon als Zuschauerin hin. Interessieren tut mich das Geschehen immer noch.“

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