Was wurde aus Gerald Kallan?

Im Herren Einsitzer brachte Österreich bisher 7 unterschiedliche Weltmeister im Rennrodeln auf Naturbahn hervor. Einer von ihnen ist der Salzburger Gerald Kallan. Er wurde im Jahr 2000 sensationell Weltmeister in Olang/Italien. In der Höhle des Löwen!

Aus der Not eine Tugend gemacht

In jungen Jahren kam der Salzburger Gerald Kallan durch seinen Vater, der für den Rodelverein Hüttau tätig war, und im Sog seines um vier Jahre älteren Bruders Roland zum Rodelsport. „Damals“, erinnert sich der heute 37-Jährige zurück, „haben wir quasi aus der Not eine Tugend gemacht. Die Liftkarten fürs Skifahren waren einfach zu teuer. Also sind wir Rodeln gegangen.“

Mit fünf Jahren saß Gerald erstmals am Schlitten. Sein Vater war damals Landestrainer. Und so ergab es sich, dass die Brüder immer öfters an diversen Rennen teilnahmen. 18 Jahre alt war Gerald, als er ins Weltcupteam aufrückte. Seine Zeit in diesem elitären Kreis sollte durchaus erfolgreiche verlaufen. Nachdem er 1998 und 1999 jeweils Junioren-Europameister gewesen war, folgte 1999 die Bronzemedaille in der allgemeinen Klasse.

Weltmeister in der Höhle des Löwen

Der größte Erfolg gelang ihm 2000 bei der Weltmeisterschaft in Olang/Italien. Dank der Bestzeit im ersten der drei Wertungsläufe wurde er mit drei Hundertstel Vorsprung auf seinen Landsmann Gerhard Pilz Weltmeister im Einsitzer.

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Gerald Kallan gewann bei der Weltmeisterschaft 2000 in Olang sensationell die Goldmedaille.

In der Saison 2002/2003 folgten noch zwei Weltcupsiege. Der erste gelang beim Auftakt in Völs, als er sich im Finale des Parallelwettbewerbes um drei Hundertstel gegen Robert Batkowski durchsetzte. Den zweiten Sieg feierte er vier Wochen später in Moskau. Bei der WM 2003 in Zelezniki und bei der EM in seiner Heimat Hüttau rodelte er jeweils zu Bronze.

Die Entscheidung, seine Karriere zu beenden, fällte Gerald mit 25 Jahren relativ früh. „Der Sport hat sich einfach mit meinem Beruf als technischer Angestellter nicht mehr vereinbaren lassen. Der Job hatte dann Vorrang.“

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Gerald Kallan heute

Ganz weg vom Rodelsport ist er aber bis heute nicht, fungiert er doch als Kassier des RV Hüttau und des Salzburger Landesverbandes. Und gleichzeitig fiebert er mit seinem Neffen Noah mit, der als Jugendlicher bei den Kunstbahnrodlern aktiv ist.

 

 

 

 

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Dom 4.545m – Rodler-Hochtour zum Dach der Schweiz

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Dom 4.545m – Rodler-Hochtour zum Dach der Schweiz

Österreichs Naturbahnrodel-Asse Thomas Kammerlander (Europameister 2016) und Florian Glatzl (Staatsmeister 2016), sowie die beiden Trainer Gerald Kammerlander und Gerhard Mühlbacher bestiegen diesen majestätischen Berg und lassen uns an dieser atemberaubenden Bergerfahrung teilhaben.

von Gerald Kammerlander (Sportdirektor Naturbahn – ÖRV)

Bei uns in der österreichischen Nationalmannschaft gibt es einige „Bergfexe“ mit guter Hochtouren-Erfahrung im In- und Ausland. Bereits im Winter, noch während der Wettkampfsaison, reifte der Gedanke einer gemeinsamen Viertausender-Besteigung in den Westalpen. Bei einem Athletik-Trainingskurs Ende Juli wurden dann Nägel mit Köpfe gemacht. Thomas Kammerlander, Florian Glatzl, Gerhard Mühlbacher und meine Wenigkeit waren entschlossen diesen Plan in die Tat umzusetzen und wir machten uns auch sofort an die Tourenplanung. Ein Termin war mit Anfang September alsbald gefunden und das Ziel sollte kein geringerer als seine Majestät der Dom sein.

Unterwegs zum dritthöchsten Gipfel der Alpen mit tollem Ausblick auf das berühmte Matterhorn.

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Was wurde aus Herbert Kögl?

Der Herbert schleift den Rodel für Deutschland

Herbert Kögl aus Kirchbichl bildete von 1995 bis 2007 gemeinsam mit Reinhard Beer eines der erfolgreichsten Doppelsitzerpaare im Naturbahnrodel-Weltcup. Gemeinsam wurden sie je einmal Weltmeister im Doppelsitzer und im Mannschaftsbewerb und gewannen zwei Mal den Gesamtweltcup. Mit insgesamt 18 Siegen in Weltcuprennen sind sie bis heute das Doppelsitzerpaar mit den meisten ersten Plätzen im Weltcup.

Die ersten größeren Erfolge fuhr Kögl mit Michael Bischofer ein. Unter anderem gewannen die beiden bei der Weltmeisterschaft 1992 in Bad Goisern Bronze im Doppelsitzer. Zudem gewannen sie 1993 in Inzing den Europapokal und wurden in der Saison 1993/94 Fünfte im Gesamtweltcup.

Weltmeistertitel in Oberperfuß / Tirol

Gemeinsam mit Peter Braunegger gelang Kögl zu Beginn der Saison 1995/96 in Rautavaara (Finnland) der erste Podestplatz im Weltcup, ehe Reinhard Beer zu seinem neuen Partner wurde. Und dieses Duo sollte in der Folge lange für Furore sorgen. Die beiden fuhren sofort in der Weltspitze, erreichten im Jänner in Landskron (Österreich) zwei Weltcup-Podestplätze und kürten sich wenige Tage später in Oberperfuss vor ihren Landesmännern Andi und Helmut Ruetz zu Weltmeistern im Doppelsitzerbewerb 1996.

Autogrammkarte-Reinhard-Beer-Herbert-Kögl-signiertAb dem folgenden Winter war das Duo auch im Weltcup siegreich. Drei von sechs Rennen wurden gewonnen und damit der Gesamtsieg eingefahren. Bei der EM 1997 in Moos im Passeier wurde die Bronzemedaille herausgefahren.

In der Saison 1997/98 siegten Kögl und Beer in zwei Weltcuprennen, mussten sich in der Gesamtwertung aber mit Rang drei begnügen. Bei der WM 1998 in Rautavaara wurden sie ebenfalls Dritte. In den Saisonen 1998/99 und 1999/2000 wurden Kögl und Beer jeweils zweite im Gesamtweltcup. Bei der WM 2000 in Olang holten sie die Silbermedaille.

Pech dann bei der WM ein Jahr später in Stein an der Enns, wo sich Beer schwer verletzte. Das Duo musste die restliche Saison untätig zusehen. 2001/2002 wurde wieder Rang zwei im Gesamtweltcup geholt. Bei der EM 2002 in Frantschach-St. Gertraud wurden sie Zweite hinter Wolfgang und Andreas Schopf. 2002/2003 und 2003/2004 landeten sie jeweils auf Rang drei im Gesamtweltcup.

In der darauffolgenden Saison konnte Kögl und Beer ihren Gesamtweltcuptriumph wiederholen. Zudem gewannen sie gemeinsam mit Melanie und Robert Batkowski den Mannschaftsbewerb bei der WM 2005 in Latsch. In den Saisonen 2005/2006 und 2006/2007 erreichten Kögl/Beer jeweils den dritten Gesamtrang im Weltcup. Bei der WM 2007 in Grande Prairie holten sie gemeinsam mit Marlies Wagner und Gerald Kammerlander Bronze im Teambewerb.

Mittlerweile Trainer im deutschen Team

Rodeltrainer für DeutschlandKurz vor der Saison 2007/2008 gab Reinhard Beer seinen Rücktritt bekannt. Kögl startete deshalb in diesem Winter mit Christian Schopf, dessen Partner Andreas Schopf pausieren musste. 2009 beendete auch Kögl seine Karriere, in die er eher zufällig gerutscht war. „Es gab damals im Raum Wörgl immer größere Meisterschaften, bei denen ich sehr erfolgreich war. Irgendwann musste ich mich dann zwischen Luftgewehrschießen und Rodeln entscheiden. Dass es dann das Rodeln geworden ist, habe ich nie bereut“, sagt Kögl, der aktuell gewissermaßen als Technikchef der deutschen Naturbahnrodler fungiert. Außerdem ist er im Rodelverkauf, Renn- und Schleifservice tätig und hat somit auch beruflich nach wie vor einen engen Kontakt zum Rodelsport.

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Die jodelnden Rodler sorgen für Furore

Heute quetscht er unter anderem bei der erfolgreichen Band „Die Zillertaler“ die Harmonika. Doch Werner Prantl hat eine höchst erfolgreiche Karriere als Naturbahnrodler hinter sich. Im Jahr 1979 fanden die ersten Weltmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn statt. Werner holte sich mit damals 22 Jahren den Titel im Herren Einsitzer und ist somit der erste Weltmeister überhaupt. Eingefahren hatte er diesen Triumpf in Inzing in Tirol / AUT.

Der erste Naturbahnrodel-Weltmeister der Geschichte

„Gefördert von meinem Vater bin ich schon ganz früh zum Rodelsport gekommen. In Strass, wo ich aufgewachsen bin, gab’s allerdings damals keinen Rodelverein. Also pendelten wir nach Schwaz, wo ich vom dortigen Club von Anfang an toll unterstützt wurde“, erinnert sich Werner zurück.

Die Erfolge stellten sich schnell ein. Der Zillertaler gewann Rennen um Rennen, wurde 1975 in Italien Junioren-Europameister und schaffte denn 1979 mit dem WM-Titel den ganz großen Coup. Er war aber auch Europameister und mehrfacher Staatsmeister.

Gefürchtet auch im Doppelsitzer

Im Doppelsitzerbewerb war er anfangs mit Hansi Kogler, dem Bruder von Alfred Kogler, unterwegs. Nachdem dieser in jungen Jahren bei einem Autounfall tragisch ums Leben gekommen war, fehlte aber plötzlich der Partner. So motivierte Werner kurzerhand seinen Bruder Florian – und fortan war das Duo Prantl/Prantl ein höchst gefürchtetes in der Rodelszene. Staatsmeistertitel, Europameistertitel und Rang drei bei der Weltmeisterschaft geben Zeugnis von der Leistungsstärke des Duos.

Die Karriere von Werner endete plötzlich! Eine Woche vor der damals anberaumten Weltmeisterschaft in Kreuth stürzte er 1983 in Aflenz in der Steiermark schwer, zog sich mehrere Knochenbrüche zu und sagte dem aktiven Sport fortan Lebewohl.

„Seither bin ich nur noch als Mondscheinrodler unterwegs“,grinst Werner.

Der freilich nach seiner Karriere noch eine Trainerausbildung gemacht hat und einige Zeit für den Rodelverein in Wörgl tätig war. Heute verfolgt der inzwischen 59-jährige, der auch als Lehrer am Poly in Fügen tätig ist, den Rodelsport nur noch in den Medien.

Musikantenstadl als Karriereschub

Naturbahnrodeln, erster Weltmeister, jodelnde Rodler, die Zillertaler
Die Zillertaler im Bild Werner Prantl hinten rechts und sein Bruder Florian in der Bildmitte / Foto: Werner Prantl

Nicht minder fasziniert wie vom Rodeln war Werner von klein auf, wie es sich für einen echten Zillertaler praktisch gehört, von der Musik. Schon im Alter von 15 Jahren hatte er seine ersten Auftritte. Anfangs nannte sich seine Band noch „Die Kolibris“, danach kamen er, Bruder Florian und Toni Ringler als „Zillertaler Jodlertrio“ daher. Und seit inzwischen 25 Jahren touren die drei – mittlerweile ergänzt durch Erwin Schiestl und Helmuth Grünbacher – als „Die Zillertaler“ von Auftritt zu Auftritt. Rund 40 CD wurden seit Bestand der Gruppe auch schon aufgenommen.

Auch Einladungen zu großen Fernsehsendungen wie dem „Musikantenstadl“ und „Sport am Montag“ machten die Prantls bis weit über die Grenzen hinaus als jodelnde Rodler oder rodelnde Jodler bekannt.

Erfolgsliste Naturbahnrodeln Einsitzer – Werner Prantl:

  • Tiroler Junioren Meister 1974
  • Junioren-Europameister 1975
  • Tiroler Meister 1976
  • Österreichischer Meister 1980, 1981, 1982
  • Dritter Platz bei den Österreichischen Meisterschaften 1978
  • Zweiter Platz Europameisterschaften 1978
  • Fünfter Platz Europameisterschaften 1979
  • Weltmeister 1979
  • Bronzemedaille WM 1982

Erfolgsliste Naturbahnrodeln Doppelsitzer – Werner Prantl/Florian Prantl:

  • Österreichische Meister 1978, 1979, 1980, 1981, 1982
  • Europameister 1979
  • Bronzemedaille WM 1979
  • Bronzemedaille WM 1982

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Willst du Abwechslung in dein Training bringen oder hast du einfach nicht genügend Zeit um im Fitnesscenter Gewichte zu stemmen? Dann schnapp dir deine/deinen Partner/in und versuch unser 10 Minuten Partner-Workout. Das Beste daran: es wird der ganze Körper trainiert und es macht auch noch richtig Spaß.

Unsere Rodel-Stars Michelle Diepold und Michael Scheikl zeigen dir wie es geht.

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FIT mit UNS! Das Rodel-Workout gegen Nacken-und Schulterverspannungen. Teil 1

Jeder Mensch ist ein Athlet. Der einzige Unterschied ist, dass einige von uns im Training sind und einige nicht.“ (George Sheehan)

Rodeln ist ein großartiges Erlebnis für Groß und Klein. Man muss aber auch darauf hinweisen, dass richtiges und infolgedessen auch sicheres Rodeln deutlich mehr bedeutet als einfach nur sitzend irgendwo runter zu rutschen. Dabei wird sowohl dem Spitzenathlet als auch dem Hobbyrodler ein hohes Maß an körperlicher Fitness abverlangt. Unser 9-Wochen-Rodel-Workout für eine gesunde Brust- und Halswirbelsäule ist speziell für Trainingsanfänger konzipiert und macht euch fit für den nächsten Rodel-Winter.

Fit mit unseren Naturbahnrodel-Stars

Unsere Naturbahnrodel-Asse zeigen euch die einzelnen Übungen und erklären euch welche Fehler es bei einer korrekten Bewegungsausführung zu vermeiden gilt. Das Workout baut sich mit dem System leicht, mittel und schwer über einen Zeitraum von 9 Wochen auf. Sowohl Übungen aus den Bereichen der Mobilisation, der Flexibilität sowie der Kräftigung sind Teil des Workouts und sorgen für eine gesunde und geschmeidige obere Rückenpartie.

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Showdown in den Karpaten

Das Höchste für die Naturbahnrodler ist die im zwei-Jahresrhythmus stattfindende Weltmeisterschaft. In der bevorstehenden Saison wird die WM im Land von Dracula, im rumänischen Vatra Dornei ausgetragen.

von Michael Scheikl (Rodel Austria – Athlet / Nationalkader)

Vatra Dornei, historisch interessante Kur- und Wintersportstadt in Rumänien.

Die Karpaten sind ein Hochgebirge, welches sich über Mittel-, Ost- und Südosteuropa erstreckt. Im nördlichen Teil der Ostkarpaten liegt die für Kur- und Wintersport bekannte Stadt Vatra Dornei. Die 15.000 Einwohner zählende Kleinstadt liegt in der historischen Region Bukowina (deutsch: Buchenland) und gehörte von 1775 bis 1918 zur Habsburgermonarchie. Heute kann der Kurort nicht mehr an den damaligen Glanz anknüpfen und so manch historisches Gebäude ist leider dem Verfall geweiht. So zum Beispiel das mittlerweile geschlossene und unter Denkmalschutz stehende Casino und Kurhaus.

Nicht zuletzt durch die Berge welche den Ort umgeben, kommen Skifahrer und Wanderer in dieser Tourismusstadt auf Ihre Kosten. An einem Ski-Hang in der Stadt wurde vor einigen Jahren vom Rumänischen Rodelverband eine Naturrodelbahn errichtet. Die Lage ist perfekt um den Sport zu präsentieren, da sich die Strecke nahe dem Stadtzentrum befindet.

Rodelbahn Vatra Dornei_Rumänien_Rodel Austria Naturbahn_Weltmeisterschaft 2017
Die WM-Strecke 2017 von oben

Die Anreise alles andere als eine Spritztour.

Ich kann mich noch gut an die erste Busfahrt nach Vatra Dornei erinnern. Damals sind wir direkt vom Europacup in St.Sebastian, der eine Woche vor dem ersten Weltcup in Rumänien stattfand, angereist. Bis zur ungarisch, rumänischen Grenze kein Problem, alles Autobahn. Doch dann nach der Grenze die Gradwanderung. Schlaglöcher, teils Schotter und wenig Beschilderung. Nach 13 Stunden Busfahrt, beinahe verloren geblaubtes Vertrauen in das Navi und völlig übermüdet, die Ankunft im Hotel.Michael Scheikl_Anreise zum Weltcup in Rumänien

Es gab nur wenige Stunden Schlaf, da wir die letzte Möglichkeit für ein Training auf der damals neu erbauten Strecke unbedingt nutzen wollten. Nach drei Stunden hieß es dann auch schon wieder aufstehen und ab zur Rodelbahn. Die Strecke liegt im örtlichen Skigebiet nahe des Stadtzentrum. Somit konnten wir bereits wenige Minuten nach Verlassen des Hotels zur ersten Streckenbesichtigung ausmarschieren.

Naturbahnrodel Weltcup in Rumänien.

Die meist überbreite Strecke in Rumänien ist nicht schwierig zu fahren. Gebremst wird schlimmstenfalls zweimal, wodurch es aber sehr kompliziert wird richtig schnell zu sein.Vor dem ersten Weltcuprennen in den Karpaten waren die Bedingungen sehr gut. Allerdings je näher der Wettkampftag rückte, desto wärmer wurde es. Das Rennen wurde dann bei frühlingshaften Bedingungen und aufgeweichter Piste ausgetragen.

Achtung Foto- Rechte
Michael Scheikl / PhotoCredit: Hermann Sobe

Ich kann mich an diesen Weltcup noch sehr genau erinnern, da ich bei den ersten Zeittrainings so überhaupt nicht ins Fahren gekommen bin. Ich hatte kein gutes Gefühl und kam immer wieder ins Rutschen, was auf dieser Strecke zu enormen Zeiteinbußen führt. Guten Gewissens kann ich sagen, dass die wärmer werdenden Bedingungen mir sehr entgegen kamen. Somit wurden die Karten neu gemischt und die Erfahrungen aus den Trainingsläufen waren hinfällig. Letztendlich konnte ich in einem matschigen Rennen mit Platz zwei auf das Podium fahren.

Die WM vor Augen.

Die bevorstehende Saison hat wieder eine WM als Highlight. Von 02.-05. Februar 2017 wird die Weltmeisterschaft der Naturbahnrodler im rumänischen Vatra Dornei ausgetragen. Nach meiner Verletzung im Jänner 2016 konnte ich in der vergangenen Saison nur einen Weltcup bestreiten. Deshalb arbeite ich seit April schon sehr hart an meinem Comeback bzw. an der Vorbereitung auf das Höchste im Naturbahnsport, die WELTMEISTERSCHAFT. Nach mehreren Podestplätzen in den rumänischen Karpaten sehe ich dieser Großveranstaltung sehr positiv entgegen.

Michael Scheikl_Rodel Austria Naturbahn_Fotocredit W+K Foto
Michael Scheikl / Fotocredit: W+K Foto


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In der Disziplin Herren Einsitzer konnte Österreich bisher zwölf mal über die Goldmedaille bei Weltmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn jubeln. Im Jahr 1984 fanden die Weltmeisterschaften im oberbayerischen Kreuth in Deutschland statt. Hier, am südlichen Ufer des Tegernsees, gelang es Alfred Kogler, sich in die begehrte Liste der Weltmeister im Naturbahnrodeln einzutragen. Gold im Herren Einsitzer und Bronze im Doppelsitzer. Es waren Alfreds Titelkämpfe!

Rodeln_Rodel Austria_Alfred Kogler_Naturbahnrodeln_Weltmeister
Weltmeisterschaft 1984: Gold-Alfred Kogler/AUT Silber-Guiseppe Cerisi/ITA, Bronze-Willi Danklmaier/AUT

Einer der größten Rodler zu seiner Zeit

Mittlerweile hat er mit dem Rodelsport nichts mehr zu tun. Aber zu seiner aktiven Zeit war der Tiroler Alfred Kogler vom Wintersportverein Vomp ein ganz Großer seiner Zunft. Die Erfolgsbilanz des heute 61-jährigen liest sich jedenfalls mehr als imposant.

  • Weltmeister 1984 im Einsitzer und Bronze im Doppelsitzer (Kreuth, Deutschland)
  • Vizeweltmeister 1982 im Doppelsitzer (Feld am See, Österreich)
  • Zweifacher Europameister im Doppel (1974, 1981), Europameister im Einzel (1975), Bronze im Einzel (1978)
  • Vier Mal Europapokalsieger, zwei Mal Silber, ein Mal Bronze
  • Sieben Mal Grand-Prix-Sieger
  • Zehn Mal Tiroler Meister, vier Mal Österreichischer Meister

Begeisterter Familienmensch

Nach seiner aktiven Karriere absolvierte Kogler 1991 die Ausbildung zum staatlich geprüften Trainer und war die folgenden drei Jahre als Coach im Tiroler Rodelverband tätig. Danach fungierte er einige Jahre als Nationaltrainer des Weltcup-Teams.

Die Agenden innerhalb der Rodelsektion des WSV Vomp hat inzwischen längst Sohn Florian übernommen. Alfred genießt die Zeit mit seinen drei Kindern und sechs Enkelkindern. Beruflich war er mehr als 30 Jahre lang Stützpunktleiter beim ÖAMTC in Schwaz. Vor sieben Jahren ist er in die Sachverständigen-Abteilung des ÖAMTC Tirol gewechselt

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