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Dom 4.545m – Rodler-Hochtour zum Dach der Schweiz

On Top. Gipfelfoto am Dom. Thomas Kammerlander, Gerald Kammerlander, Florian Glatzl und Gerhard Mühlbacher am dritthöchsten Gipfel der Alpen.

Österreichs Naturbahnrodel-Asse Thomas Kammerlander (Europameister 2016) und Florian Glatzl (Staatsmeister 2016), sowie die beiden Trainer Gerald Kammerlander und Gerhard Mühlbacher bestiegen diesen majestätischen Berg und lassen uns an dieser atemberaubenden Bergerfahrung teilhaben.

von Gerald Kammerlander (Sportdirektor Naturbahn – ÖRV)

Bei uns in der österreichischen Nationalmannschaft gibt es einige „Bergfexe“ mit guter Hochtouren-Erfahrung im In- und Ausland. Bereits im Winter, noch während der Wettkampfsaison, reifte der Gedanke einer gemeinsamen Viertausender-Besteigung in den Westalpen. Bei einem Athletik-Trainingskurs Ende Juli wurden dann Nägel mit Köpfe gemacht. Thomas Kammerlander, Florian Glatzl, Gerhard Mühlbacher und meine Wenigkeit waren entschlossen diesen Plan in die Tat umzusetzen und wir machten uns auch sofort an die Tourenplanung. Ein Termin war mit Anfang September alsbald gefunden und das Ziel sollte kein geringerer als seine Majestät der Dom sein.

Unterwegs zum dritthöchsten Gipfel der Alpen mit tollem Ausblick auf das berühmte Matterhorn.

Der Dom ist mit seinen 4.545M der höchste Berg der Schweiz, der ganz auf nationalem Boden liegt. Neben dem Mont Blanc (Mont Blanc, Mont Blanc de Courmayeur) und dem Monte Rosa (Dufourspitze, Nordend, Zumstein und Signalkuppe) ist der Dom der dritthöchste Gipfel der Alpen. Er liegt in der Mittelachse der Mischabell-Gruppe in den Walliser Alpen und bietet beeindruckende Ausblicke auf seine berühmten Nachbarn Matterhorn und Dufourspitze.

Auf ins Wallis

Am Freitag, dem 2. September um 4:00 Uhr morgens gehts los ins Wallis. Genauer gesagt ins Mattertal nach Randa. Von unserem Treffpunkt im Ötztal sollten es gute sechseinhalb Stunden Autofahrt werden. Allein diese Autofahrt ist jedoch schon aufgrund der beiden Alpenpässe (Oberalppass und Furkapass) ein Genuss und bietet bereits einige tolle Ausblicke in die beeindruckende Welt der Schweizer Westalpen. Um ca. 11:00 Uhr sind wir dann in Randa angekommen und können bereits hoch über uns thronend unser erstes Etappenziel, die Domhütte auf 2.940M bestaunen.

Naturbahnrodeln; Thomas Kammerlander Europameister 2016 und Florian Glatzl Staatsmeister 2016 im Mattertal kurz vor Zermatt
Florian (links) und Thomas abmarschbereit am Bahnhof in Randa

Das kleine Bergdorf Randa (1.406M) hat ca. 500 Einwohner, liegt gute 9 Kilometer vor Zermatt und bietet eine heimelige und traditionsbewusste Atomsphäre. Schnell ist ein Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs gefunden und wir machen uns, samt unserer schweren Rucksäcke, auf den Weg zur Domhütte 2.940M. Man kann die Hütte bereits vom Dorfzentrum aus sehen.Wie ein steiler, felsiger Hang türmt sich der Weg zur Domhütte mit seinen 1.635 Höhenmeter vor uns auf. Das Wetter ist perfekt und es ist keine Wolke am Himmel zu sehen. Einzig die Hitze macht uns ein wenig zu schaffen.

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Das beschauliche Randa im Mattertal

Nix mit langweiliger Wanderei

Anspruchsvoll und abenteuerlich zieht der steile Weg zuerst durch einen Lärchenwald, dann vorbei an der Europahütte und schlussendlich über Rinnen und Felsstufen hoch zur Gletscherzunge des Festigletschers.

Naturbahnrodeln, Rodeln, am Aufstieg zur Domhütte queren Steinböcke unseren Weg
Auch Steinböcke queren unseren Weg.

Die schwierigeren Felspassagen sind dabei mit Eisenstiften, Stahlseilen und Leitern versichert und stellen somit wenig Schwierigkeiten für uns dar. Nichts desto trotz können wir uns oben angekommen, durchaus unserer Leistung erfreuen. Weniger als 2,5 Stunden haben wir für diesen konditionell anspruchsvollen Steig zur Domhütte benötigt. Oben angekommen beziehen wir schnellstmöglich das Zimmer und genießen dann mit einem wohlverdienten großen Radler das herrliche Panorama auf der Sonnenterrasse.  Die Domhütte wurde 2013 nach einer Totalsanierung und Renovierung neu eröffnet und gehört mittlerweile zu den saubersten und modernsten Hütte auf denen ich bisher gewesen bin.

Thomas und Florian auf der Sonnenterasse der Domütte mit Blick zum Matterhorn und Weißhorn
Thomas und Florian auf der Sonnenterrasse der Domhütte mit Blick aufs Matterhorn und Weißhorn.
Panorama-Blick von der Domhütte, Rodel Austria-Naturbahn, Hochtour zum Dom
Panorama-Blick von der Domhütte.

Samstag – Gipfeltag

Am Samstag ist es dann soweit. Der Wetterbericht ist perfekt um den Dom zu besteigen. Nach einer kurzen Nacht bittet der Hüttenwirt bereits um 03:30 Uhr zum Domfrühstück. Die frühe Zeit ist notwendig denn weitere 1.695 Höhenmeter müssen von uns auf dem Weg zum Gipfel bewältigt werden. Nach einem kurzen Frühstück gehts dann auch schon um 04:00 Uhr los. Bewaffnet mit Stirnlampen machen wir uns auf den Weg. Zur gleichen Zeit starten in dieser sternenklaren Nacht noch ca. 25 weitere Alpinisten . Alle mit dem selben Ziel. Den Dom.  Wir verlassen die Domhütte und steigen im Schein der Stirnlampen zunächst steil die nordseitige Moräne des Festigletschers hinauf. Nach etwa 1 Std. trifft der blockige Steig bei ca. 3.200M auf den Festigletscher; hier werden Seil, Pickel und Steigeisen angelegt, denn nun geht es durch den Gletscherbruch. Eine weitere Stunde später erreichen wir bei etwa 3.600M den Felsriegel, der westlich vom Festijoch herunterzieht. Die 100 Meter hoch zum Festijoch müssen nun kletternd bewältigt werden bevor wir dann etwas später unser erstes Etappenziel – das Festijoch auf ca. 3.700M erreichen.

Am Festijoch müssen wir nun eine Entscheidung treffen. Nehmen wir den technisch schwereren Festigrat oder den etwas längeren, dafür aber einfacheren Aufstieg über die Nordflanke? Aufgrund der fehlenden Schneeauflage und mehrerer Plankeisstellen an Schlüsselstellen entschieden wir uns doch für den „Normalweg“ über die Nordflanke.  Der Weiterweg führt uns zunächst 100m hinab auf den Hohberggletscher. In einem weiten Bogen und in gebührendem Abstand zu den Serac-Zonen (Eisbrüchen) gehen wir danach durch den spaltenreichen Gletscher wieder aufwärts, bis wir bei knapp 4.000M den Beginn des steilen Gipfelhanges unterhalb des Lenzjochs erreichen. Weit oben rechts ist die ganze Zeit über schon der westliche Vorgipfel 4.479M zu sehen, der das obere Ende des Festigrates markiert. Dort haben wir es dann fast geschafft: die noch verbleibenden 70 Höhenmeter, ein letztes supersteiles Aufbäumen des Anstiegs, aber dann stehen wir nach 05:25 Stunden Gehzeit auf dem 4.545M hohen Gipfel. Ein echt tolles Gefühl!!! Die Aussicht ist grandios! Alle bekannten 4.000er der Westalpen sind bestens zu sehen. Matterhorn, Dufourspitze, Mönch, Jungfrau, Weißhorn, Dent Blanche usw., usw.  Etwas rechts im Hintergrund des Matterhorns kommt auch der höchste Berg Europas zum Vorschein, der Mont Blanc mit seinen 4.810M. Schnell sind wir uns einig, dass der „Weiße Berg“ unser nächstes Ziel sein wird. Allerdings dann erst im nächsten Sommer.

Gipfelfoto, Rodel Austria Naturbahn, Dom der dritthöchste Gipfel der Alpen
Unser Gipfelfoto. Von li. nach re. Florian Glatzl, Gerhald Mühlbacher, Thomas Kammerlander, Gerald Kammerlander
dav
Gipfelkreuz am Dom. Im Hintergrund der Monte Rosa mit seiner höchsten Erhebung der Dufourspitze 4.634M (zweithöchster Gipel der Alpen)

 

Gipfelpanorama vom Dom. Im Hintergrund das Matterhorn und der Mt. Blanc
Panorama am Gipfel des Doms.

Schweren Herzens treten wir den Heimweg an

Nach einem einstündigen Aufenthalt auf dem Gipfel machten wir uns dann schweren Herzens wieder auf den Rückweg. Der Abstieg erfolgt wie der Aufstieg, jedoch deutlich weniger anstrengend. Auf über 4.000 Meter fallen einem die Schritte hinab doch etwas leichter als Schritte hinauf ;-).  Nach guten 3 Stunden sind wir dann auch schon wieder auf der Hütte und genießen noch einige Stunden den herrlichen Ausblick. Am nächsten Tag erfolgt dann der Abstieg nach Randa und die weite Heimfahrt zurück nach Österreich.

Tolles Video vom Dom!

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