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Showdown in den Karpaten

Das Höchste für die Naturbahnrodler ist die im zwei-Jahresrhythmus stattfindende Weltmeisterschaft. In der bevorstehenden Saison wird die WM im Land von Dracula, im rumänischen Vatra Dornei ausgetragen.

von Michael Scheikl (Rodel Austria – Athlet / Nationalkader)

Vatra Dornei, historisch interessante Kur- und Wintersportstadt in Rumänien.

Die Karpaten sind ein Hochgebirge, welches sich über Mittel-, Ost- und Südosteuropa erstreckt. Im nördlichen Teil der Ostkarpaten liegt die für Kur- und Wintersport bekannte Stadt Vatra Dornei. Die 15.000 Einwohner zählende Kleinstadt liegt in der historischen Region Bukowina (deutsch: Buchenland) und gehörte von 1775 bis 1918 zur Habsburgermonarchie. Heute kann der Kurort nicht mehr an den damaligen Glanz anknüpfen und so manch historisches Gebäude ist leider dem Verfall geweiht. So zum Beispiel das mittlerweile geschlossene und unter Denkmalschutz stehende Casino und Kurhaus.

Nicht zuletzt durch die Berge welche den Ort umgeben, kommen Skifahrer und Wanderer in dieser Tourismusstadt auf Ihre Kosten. An einem Ski-Hang in der Stadt wurde vor einigen Jahren vom Rumänischen Rodelverband eine Naturrodelbahn errichtet. Die Lage ist perfekt um den Sport zu präsentieren, da sich die Strecke nahe dem Stadtzentrum befindet.

Rodelbahn Vatra Dornei_Rumänien_Rodel Austria Naturbahn_Weltmeisterschaft 2017
Die WM-Strecke 2017 von oben

Die Anreise alles andere als eine Spritztour.

Ich kann mich noch gut an die erste Busfahrt nach Vatra Dornei erinnern. Damals sind wir direkt vom Europacup in St.Sebastian, der eine Woche vor dem ersten Weltcup in Rumänien stattfand, angereist. Bis zur ungarisch, rumänischen Grenze kein Problem, alles Autobahn. Doch dann nach der Grenze die Gradwanderung. Schlaglöcher, teils Schotter und wenig Beschilderung. Nach 13 Stunden Busfahrt, beinahe verloren geblaubtes Vertrauen in das Navi und völlig übermüdet, die Ankunft im Hotel.Michael Scheikl_Anreise zum Weltcup in Rumänien

Es gab nur wenige Stunden Schlaf, da wir die letzte Möglichkeit für ein Training auf der damals neu erbauten Strecke unbedingt nutzen wollten. Nach drei Stunden hieß es dann auch schon wieder aufstehen und ab zur Rodelbahn. Die Strecke liegt im örtlichen Skigebiet nahe des Stadtzentrum. Somit konnten wir bereits wenige Minuten nach Verlassen des Hotels zur ersten Streckenbesichtigung ausmarschieren.

Naturbahnrodel Weltcup in Rumänien.

Die meist überbreite Strecke in Rumänien ist nicht schwierig zu fahren. Gebremst wird schlimmstenfalls zweimal, wodurch es aber sehr kompliziert wird richtig schnell zu sein.Vor dem ersten Weltcuprennen in den Karpaten waren die Bedingungen sehr gut. Allerdings je näher der Wettkampftag rückte, desto wärmer wurde es. Das Rennen wurde dann bei frühlingshaften Bedingungen und aufgeweichter Piste ausgetragen.

Achtung Foto- Rechte
Michael Scheikl / PhotoCredit: Hermann Sobe

Ich kann mich an diesen Weltcup noch sehr genau erinnern, da ich bei den ersten Zeittrainings so überhaupt nicht ins Fahren gekommen bin. Ich hatte kein gutes Gefühl und kam immer wieder ins Rutschen, was auf dieser Strecke zu enormen Zeiteinbußen führt. Guten Gewissens kann ich sagen, dass die wärmer werdenden Bedingungen mir sehr entgegen kamen. Somit wurden die Karten neu gemischt und die Erfahrungen aus den Trainingsläufen waren hinfällig. Letztendlich konnte ich in einem matschigen Rennen mit Platz zwei auf das Podium fahren.

Die WM vor Augen.

Die bevorstehende Saison hat wieder eine WM als Highlight. Von 02.-05. Februar 2017 wird die Weltmeisterschaft der Naturbahnrodler im rumänischen Vatra Dornei ausgetragen. Nach meiner Verletzung im Jänner 2016 konnte ich in der vergangenen Saison nur einen Weltcup bestreiten. Deshalb arbeite ich seit April schon sehr hart an meinem Comeback bzw. an der Vorbereitung auf das Höchste im Naturbahnsport, die WELTMEISTERSCHAFT. Nach mehreren Podestplätzen in den rumänischen Karpaten sehe ich dieser Großveranstaltung sehr positiv entgegen.

Michael Scheikl_Rodel Austria Naturbahn_Fotocredit W+K Foto
Michael Scheikl / Fotocredit: W+K Foto


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